Eisschnelllauf Weltcup
"Golden Girls" kehren nach Salt Lake City zurück

Zum Auftakt der Weltcup-Saison gehen die deutschen Eisschnellläuferinnen in Salt Lake City mit unterschiedlichen Erwartungen an den Start. Dabei feierten die "Golden Girls" bei Olympia 2002 hier ihre größten Erfolge.

Für die "Golden Girls" ist es eine Rückkehr an die Stätte ihrer größten Erfolge. Anni Friesinger, Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms starten heute in Salt Lake City auf dem Olympia-Oval von 2002 in die Weltcup-Saison. Doch während Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms bei ihrer Rückkehr auf das Blitzeis von Salt Lake City nach hervorragenden Testrennen von einem Start nach Maß träumen dürfen, bleibt Anni Friesinger zurückhaltend. Auch Weltmeisterin Jenny Wolf blickt eher reserviert auf das erste Rennen der Saison.

Friesinger: "Bin noch nicht topfit"

"Meine Form steigt an, aber topfit bin ich noch nicht. Das braucht einfach Zeit und dauert hier in der Höhe noch länger", sagte Friesinger, die sich bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt vor zwei Wochen eine hartnäckige Erkältung eingefangen hatte.

Für den ersten Weltcup in der Mormonenmetropole im US-Bundesstaat Utah, wo sie 2002 bei den Winterspielen über 1500m ihren einzigen Olympiasieg auf einer Einzelstrecke geholt hatte, will sie deshalb keine Prognose wagen: "Ich freue mich nur auf das Wochenende und den internationalen Vergleich."

Pechsteins erster Wettkampf ohne "Ziehvater" Franke

Wesentlich offensiver darf Claudia Pechstein den ersten wichtigen Wettkampf ohne ihren Trainer und Ziehvater Achim Franke angehen. Bei Testrennen lief die fünfmalige Olympiasiegerin, die 2002 in Salt Lake City über beide Langstrecken gewonnen hatte, am vergangenen Wochenende über 3000m in 4:00,78 Minuten Jahresweltbestzeit.

"Wenn sie gesund bleibt, traue ich ihr in Salt Lake City einen Sieg und im Saisonverlauf noch einige mehr zu", sagte Franke, der Pechsteins geplante Starts über 1500m am Samstag und 3000m am Sonntag aus dem wohlverdienten Ruhestand in Berlin verfolgen wird. Die 35 Jahre alte Pechstein hatte nach dem Ende der 16-jährigen Zusammenarbeit mit Franke einen Neuanfang gewagt und war nach Oslo in die Trainingsgruppe der norwegischen Männer-Nationalmannschaft zum amerikanischen Motivations-Guru Peter Müller gewechselt.

"Das Training mit den Norwegern ist ein Experiment. Geht es voll nach hinten los, hat es keinen Sinn mehr", hatte Pechstein gesagt und ihren Rücktritt für den Fall angekündigt, dass sie bei der Mehrkampf-WM im Februar in Berlin oder der Einzelstrecken-WM im März in Nagano keine Medaille holen sollte.

Wolf trotz guter Frühform zurückhaltend

Unter so großen Druck will sich Top-Sprinterin Jenny Wolf in dieser Saison nicht setzen. Ihre volle Konzentration gilt der erfolgreichen Verteidigung ihres WM-Titels über 500m, den sie vor acht Monaten in Salt Lake in Weltrekordzeit gewann. "Ich hoffe, dass ich den starken Japanerinnen bei der WM auf deren Heimbahn zeigen kann, wo der Hammer hängt", meinte die 28-jährige Berlinerin.

Im Hinblick auf den Weltcup-Auftakt bleibt sie ähnlich reserviert wie Friesinger. "Die Eingewöhnungszeit auf dem schnellen Eis ist nur kurz, und es ist noch früh in der Saison. Mal sehen, was da schon geht", sagte Wolf, die trotz guter Frühform zumindest eine Verbesserung ihrer Weltrekordzeit (37,04) ausschließt.

Chancen auf eine Top-Platzierung über 3000m darf sich neben Pechstein auch Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms ausrechnen, die noch immer auf ihren ersten Solo-Weltcup-Sieg ohne die "Golden Girls" hofft. Bei Tests in Calgary bewies die Langstrecken-Spezialistin aus Erfurt schon mal ungewohnte Sprinter-Qualitäten und stellte persönliche Bestzeiten über 500m (39,38) und 1000m (1:16,22) auf.

© SID

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