Eisschnelllauf Weltcup
Jenny Wolf zieht den Kürzeren

Jenny Wolf hat beim Weltcup in Salt Lake City über 500m ihre erste Niederlage nach sechs Siegen in Folge erlitten. Hinter Beixing Wang aus China wurde die Weltrekordlerin Zweite.

Die Siegesserie der Berliner Eissprinterin Jenny Wolf ist beim Weltcup in Salt Lake City gerissen. Einen Tag nach ihrem Weltrekordlauf in 37,00 Sekunden musste sich die 30-Jährige im zweiten 500-m-Rennen in 37,17 Sekunden mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Bei ihrer ersten Niederlage nach sechs Siegen in Folge behielt sie mit Glück ihren Weltrekord, denn Beixing Wang aus China lief 37,02 Sekunden.

"Überhaupt kein Problem"

Für Wolf ist die Niederlage "überhaupt kein Problem" im Hinblick auf Olympia: "Ich wollte hier schnell laufen, das habe ich geschafft. Zudem nehme ich den Weltrekord mit nach Hause - damit kann ich gut leben. Dass Wang eine gefährliche Gegnerin ist, habe ich schon vorher gewusst", sagte Wolf. Eine gute halbe Stunde nach dem Rennen stand die Berlinerin auf einer Hebebühne im Vorraum des Olympia Ovals und brachte stolz ein Schild mit ihrer Weltrekordzeit an der Ehrentafel an.

Deutscher Rekord durch Patrick Beckert

Auch der Erfurter Patrick Beckert hatte Grund zur Freude. Der erst 19 Jahre alte jüngere Bruder von Olympia-Hoffnung Stephanie Beckert lief im zweiten Paar des Wettkampfes in 6:19,82 Minuten auf den 14. Platz und blieb damit 33 Hundertstelsekunden unter der alten Bestmarke des Dresdener Jens Boden, die dieser am 19. November 2005 auf derselben Bahn aufgestellt hatte. Am Tag zuvor war bereits Beckerts Teamkollege Robert Lehmann bei seinem Sieg in der B-Gruppe über 1 500 m in 1:45,03 Minuten deutschen Rekord gelaufen.

In Abwesenheit von Superstar und Seriensieger Sven Kramer, der pausierte, gewann der Italiener Enrico Fabris (6:06,06) vor dem Niederländer Bob de Jong (6:06,76), der mit den deutschen Männern in Berlin trainiert. Platz drei belegte der Russe Iwan Skobrew (6:10,58).

Wang und Wolf, die den Sprint-Weltcup weiter souverän anführt, trafen zum letzten Mal vor Olympia aufeinander, da die Chinesin auf einen Start bei der Sprint-WM in Obihiro im Januar verzichtet. "Sie ist die Titelverteidigerin, ihr Verzicht nimmt der Veranstaltung natürlich jede Menge Reiz. Andererseits kann ich mit weniger Druck laufen", sagte Wolf.

Wang war von ihrem Sieg und ihrer Zeit "selbst überrascht", weil sie mit muskulären Problemen an den Start gegangen war. "Das war gut für mein Selbstvertrauen im Hinblick auf Olympia. Diesen Sieg habe ich gebraucht", sagte die Chinesin, die im Rennen auch von einem Fehler Wolfs ausgangs der Zielkurve profitiert hatte.

Hesse bucht Vancouver-Ticket

Im Schatten des Duells der beiden Erzrivalinnen hatte Judith Hesse besonderen Grund zur Freude. Mit dem zwölften Platz in 38,15 Sekunden löste die Erfurterin das Olympia-Ticket.

Nach dem 500-m-Rennen vertrat Monique Angermüller auf der dreifachen Distanz ihre Teamkolleginnen Anni Friesinger-Postma und Daniela Anschütz-Thoms glänzend. Beim Sieg der Kanadierin Cristine Nesbitt (1:52,76) belegte die Berlinerin in 1:54,51 Sekunden einen sehr guten fünften Platz. Friesinger-Postma hatte wegen ihrer Knieprobleme, Anschütz-Thoms wegen Schwierigkeiten mit der Atmung auf einen Start verzichtet.

© SID

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