Eisschnelllauf Weltcup
Jubiläumserfolg für Anni Friesinger

Beim Eisschnelllauf-Weltcup in Herenveen war Anni Friesinger über 1500m nicht zu schlagen. Die Inzellerin gewann vor Cindy Klassen aus Kanada und feierte damit den 30. Weltcupsieg ihrer Laufbahn.

Über ihren 30. Weltcup-Sieg durfte sich Eisschnellläuferin Anni Friesinger in Herenveen freuen. Die 28 Jahre alte Olympiasiegerin gewann in der Thialf-Halle das 1500m-Rennen mit dem Bahnrekord von 1:54,66 Minuten vor der Kanadierin Cindy Klassen, die sechs Hundertstelsekunden langsamer war. Damit revanchierte sich die Deutsche für die Niederlage gegen Klassen in Salt Lake City vor zwei Wochen, als die Kanadierin der Deutschen auch den Weltrekord abgenommen hatte. Doch auch Friesinger stand im Schatten von Lokalmatador Carl Verheijen, der in einem denkwürdigen 10 000-m-Wettkampf den erst wenige Minuten alten Weltrekord des Amerikaners Chad Hedrick auf 12:57,92 Minuten verbesserte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die "sehr zufriedene" Friesinger die Thialf-Halle schon verlassen. "Auf Flachlandbahnen gab es noch nie ein so schnelles Rennen, deshalb ist es eigentlich ein Europarekord. Das war ein tolles Rennen, aber Cindy ist nahe dran", meinte Friesinger, die sich in 1:54,66 Minuten vor der im Lauf nach ihr gestarteten Klassen (1:54,72) und deren Teamkollegin Kristina Groves (1:56,28) durchsetzte.

Bei den Damen zeichnet sich damit nach dem 5 000-m-Sieg von Klara Hughes am Samstag vor Claudia Pechstein für die Olympischen Winterspiele in Turin (10. bis 26. Februar) mehr denn je ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Deutschland und Kanada ab. Die Stars der beiden Länder belegten in den sechs Mittel- und Langstreckenrennen der laufenden Weltcup-Saison sämtliche 18 Podestplätze, Kanada hat derzeit einen leichten Vorsprung: Vier Siege gingen an Klassen und Co., zwei an die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg).

"Das hat Anni gebraucht"

Friesinger revanchierte sich für die Niederlage gegen Klassen in Salt Lake City vor zwei Wochen, als sie auch den Weltrekord an die Kanadierin verlor. Nun schnappte Friesinger der Doppel-Weltmeisetrin immerhin den Bahnrekord (1:56,02) weg. "Das hat Anni gebraucht. Mit diesem Sieg hat sie ein Zeichen gesetzt", meinte Friesingers Trainer Markus Eicher. Die Berlinerin Pechstein, die am Samstag ihren 22. Weltcup-Erfolg nur knapp verpasst hatte, kam auf einen guten fünften Platz (1:57,76) noch vor den Erfurterinnen Daniela Anschütz (10.) und Sabine Völker (12.).

Pechstein reagierte auf die erneut starken Leistungen der Kanadierinnen mit einem Schulterzucken. "Wir Deutschen sind auch nicht so schlecht drauf. Wir sollten die Ruhe bewahren. Was zählt, sind die Rennen in Turin", sagte die viermalige Olympiasiegerin, die nach starken 6:57,33 Minuten im letzten Lauf noch Hughes (6:56,45) Platz eins überlassen musste. Friesinger lief ihr schnellstes 5 000-m-Rennen in Europa (6:58,64) und wurde hinter Klassen (6:57,98) Vierte. Anschütz, die im "Team Erfurt" mit Bölker und Katrin Kalex nur Rang elf belegte, lief persönliche Bestzeit (7:04,11) und rundete als Achte das gute deutsche Ergebnis ab.

Breuer als einziger Deutscher sicher in Turin dabei

Ob bei Olympia ein deutsches Herrenteam an den Start gehen wird, ist noch ungewiss. Team Deutschland I mit Christian Breuer, Stefan Heythausen (beide Grefrath) und Jörg Dallmann (Erfurt) belegte Rang acht - bei Olympia sind acht Teams dabei, Italien ist als Gastgeber gesetzt. Im Weltcup-Gesamtstand, der nach dem letzten Team-Rennen am kommenden Wochenende bei der Olympia-Generalprobe in Turin den Ausschlag gibt, rangiert Deutschland auf Platz acht. Damit besitzt Breuer, der beim Sieg von Lokalmatador Simon Kuipers über 1500m als guter Elfter erneut die Olympianorm bestätigte, bislang als einziger der deutschen Herren sicher ein Turin-Ticket.

Verheijen gewinnt schnellstes 10 000-m-Rennen aller Zeiten

Derweil brachte Verheijen die Stimmung in der Halle im schnellsten 10 000-m-Rennen aller Zeiten dann endgültig zum Kochen. Zuvor waren bereits die Norweger Lasse Saetre und Eskil Ervik unter der magischen 13-Minuten-Grenze geblieben, doch erst Hedrick (12:58,25) und im letzten Lauf Verheijen sorgten für die phantastische Bestmarken.

Damit wurde die knapp vier Jahre alte Bestmarke des Niederländers Jochem Uytdehaage (12:58,92), die dieser bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City aufgestellt hatte, gleich zweimal geknackt. Es ist der einzige Weltrekord, der nicht auf den Hochgeschwindigkeitsbahnen von Salt Lake City oder Calgary gelaufen wurde. Der Dresdner Jens Boden wurde 16. und wird nach einem starken Lauf wohl auch für Turin vorgeschlagen.

© SID

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