Eisschnelllauf Weltcup
Pechstein fehlt verletzt, Wolf feiert 500-m-Sieg

Eine Muskelverhärtung im Oberschenkel hat Claudia Pechstein den 1 500-m-Start beim ersten Weltcup der Saison in Berlin gekostet. Jenny Wolf wurde dagegen zur 500-m-Siegerin gekürt.

Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein musste am Freitag kurzfristig ihren 1 500-m-Start beim ersten Eisschnelllauf-Weltcup der Saison in ihrer Heimatstadt Berlin absagen. Die 36-Jährige zog sich beim Auslaufen nach dem Abschlusstraining eine Muskelverhärtung im linken Oberschenkel zu und bangt auch um ihren Start am Samstag über 3000m.

"Plötzlich war der Schmerz da. Ich habe sofort gemerkt, dass es nicht mehr geht", sagte Pechstein, die sich sofort in ärztliche Behandlung gab. "Bei einem Start wäre das Risiko für eine Zerrung zu groß gewesen. Ich will unbedingt über 3000m starten. Deshalb bin ich vorsichtig geblieben und habe abgesagt", meinte Pechstein, die in Berlin über 3000m einen Platz unter den ersten Drei anvisiert.

Wolf siegt nach Zentimeter-Entscheidung

Unterdessen konnte sich Jenny Wolf nach einem Wechselbad der Gefühle und einer Zentimeter-Entscheidung über einen siegreichen Auftakt freuen. Erst mit 30-minütiger Verzögerung durfte sie ihren 27. Weltcup-Sieg feiern.

Zunächst war die 29 Jahre alte Weltrekordlerin auf ihrer Paradestrecke 500m zeitgleich mit der Chinesin Wang Beixing gestoppt worden. Beide Sprinterinnen hatten in 37,75 Sekunden den Bahnrekord von Wolf (37,77 Sekunden) unterboten. Am Ende jedoch prüfte der Weltverband ISU seiner neuen Regel zufolge ganz genau nach und erklärte Wolf eine gute halbe Stunde nach Rennende zur alleinigen Siegerin, weil sie sechs Tausendstelsekunden schneller war als Wang. Wolf und Wang trennten im Ziel nur acht Zentimeter.

"Als ich gesehen habe, dass Wang mir den Bahnrekord gestohlen hatte, habe ich mir gesagt: So geht es nicht", sagte Wolf. Die Lokalmatadorin konterte in einem fantastischen Rennen die gute Vorgabe der Chinesin und bewies einmal mehr Nervenstärke. "Das ist genial bei Jenny. Sie hat die starke Zeit von Wang mental gut weggesteckt und ist ihr eigenes Rennen gelaufen. Das ist super", sagte ihr Trainer Thomas Schubert.

Anschütz-Thoms verpasst Sprung aufs Podium

Über 1500m verpasste Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) den Sprung aufs Podium knapp. Die Erfurterin belegte in 1:58,30 Minuten den vierten Platz. "Schade, ich war ganz nah dran. Doch ich kann damit leben. Der Start war nicht gut genug", sagte Anschütz.

Kanadas Läuferinnen sorgten für einen Dreifach-Erfolg ihres Landes. Kristina Groves gewann in 1:57,64 Minuten vor Brittany Schussler (1:57,74) und Shannon Rempel (1:58,04). Monique Angermüller (Berlin/2:09,91) belegte Platz 13, Lucille Opitz (Berlin/2:01,12) kam auf Rang 14.

Beim Sturzfestival über 500m der Männer siegte Keiichiro Nagashima (Japan) in 34,92 Sekunden vor Pekka Koskela (Finnland/34,99 Sekunden) und Lee Kyou-Hyuk (Südkorea/35,01). Insgesamt stürzten vier Läufer, am schlimmsten erwischte es den Kanadier Mike Ireland. Der Kanadier kugelte sich die Schulter aus.

© SID

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