Eisschnelllauf Weltcup
Pechstein: "Gehöre noch nicht zum alten Eisen"

Beim Weltcup in Moskau hat Claudia Pechstein durch zwei Siege aufhorchen lassen. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst erklärte die 36-Jährige die Gründe für den Erfolg.

Beim Weltcup in Moskau konnte Claudia Pechstein Siege über 5000m und 1500m einfahren und dadurch die Kritiker zum Schweigen bringen. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) betonte die 36-Jährige, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehöre.

sid: "Frau Pechstein, Sie haben zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder Weltcup-Rennen gewonnen. Zunächst haben Sie über 5000m Weltrekordlerin Martina Sablikova über sieben Sekunden abgenommen und sind das zweitschnellste Rennen Ihrer Karriere gelaufen. Dann haben Sie auch noch das von Ihnen so wenig geliebte 1 500-m-Rennen gewonnen. Wir groß ist die Freude über solche Paukenschläge?"

Pechstein: "Ich bin einfach nur happy. Ich hatte ein Supergefühl, aber dass es so schnell gehen könnte, hätte ich niemals geglaubt. Vor allem die 5000m waren unglaublich. Ich bin mit zwei schnellen 31-Sekunden-Runden gestartet, danach habe ich es einfach laufen lassen. Ich dachte, die Hallensprecherin, die zwischendurch die Rundenzeiten durchsagte, hat sich verlesen."

sid: "Wie erklären Sie sich diese Leistungsexplosion?"

Pechstein: "Das ist die logische Konsequenz harter Arbeit. Ich habe unglaublich gut trainiert. Schon in der vergangenen Woche in Heerenveen bin ich trotz eines Stolperers über 3000m Vierte geworden, da wusste ich schon, dass meine Form stimmt."

sid: "Viele Kritiker haben Sie schon abgeschrieben. Mischt sich in Ihre Freude auch ein wenig Genugtuung?"

Pechstein: "Ich habe zwar immer gesagt, dass ich niemandem mehr etwas beweisen muss. Aber es fühlt sich schon sehr gut an, allen gezeigt zu haben, dass ich noch nicht zum alten Eisen gehöre."

sid: "Haben Sie in den letzten Jahren, in denen es von vierten Plätzen nur so gewimmelt hat, auch mal selbst an sich gezweifelt?"

Pechstein: "Ich kenne meinen Körper und habe immer gespürt, dass es noch geht. Auch in meinem Alter noch. Mein Augenmerk lag immer auf den wichtigen Wettkämpfen, in denen ich zuverlässig meine Leistung abgerufen habe. Ich bin fünfmal Olympiasiegerin geworden, habe aber vergleichsweise wenig Weltcup-Siege auf dem Konto - das sagt doch alles. Trotzdem werden mir diese beiden Siege einen gewaltigen Schub geben."

sid: "Ändert sich nun etwas an Ihrer Zielsetzung für die laufende Saison?"

Pechstein: "Nein, ich möchte bei der Einzelstrecken-WM im März eine Medaille gewinnen. Der Abstand auf die Konkurrenz in Moskau war vor allem im 5 000-m-Rennen zwar groß, das kann sich aber ganz schnell wieder ändern."

© SID

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