Eisschnelllauf Weltcup
Pechstein und Friesinger knapp geschlagen

Die Kanadierin Clara Hughes hat beim Eisschnelllauf-Weltcup in Heerenveen die beiden deutschen Favoritinnen Claudia Pechstein und Anni Friesinger über 5000m geschlagen. Pechstein wurde Zweite, Friesinger Vierte.

Obwohl die beiden deutschen Eisschnellläuferinnen Claudia Pechstein und Anni Friesinger beim Weltcup-Auftakt im niederländischen Heerenveen der Kanadierin Clara Hughes über 5000m den Vortritt lassen mussten, war bei den deutschen Favoritinnen von Enttäuschung nichts zu spüren. Friesinger landete sogar hinter der drittplatzierten Cindy Klassen nur auf dem vierten Rang, doch die deutschen Kufenstars strahlten nach dem Rennen über das ganze Gesicht.

Pechstein schwärmt vom "Superlauf"

"Ich bin rundum zufrieden, obwohl ich natürlich gerne gewonnen hätte. Aber ich ziehe das Positive heraus - es war ein Superlauf", meinte Pechstein, die nur knapp hinter Hughes (6:57,98) in starken 6:57,98 Minuten Zweite wurde. Auch Friesinger, die hinter ihrer großen Rivalin Cindy Klassen (Kanada/6:57,98) in ebenfalls hervorragenden 6:58,64 Minuten Rang vier belegte, war "mehr als zufrieden". Team-Weltmeisterin Daniela Anschütz aus Erfurt lief in 7:04,11 Minuten persönliche Bestzeit und rundete als Achte das gute Ergebnis für die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) ab.

Pechstein und Klassen hatten sich im vorletzten Paar ein faszinierendes Duell geliefert. Die Kanadierin ging mit einem Höllentempo ins Rennen, doch Pechstein ("Ich bin über Nacht zur Sprinterin geworden") ließ zunächst nicht abreißen. "Aber drei Runden vor Schluss dachte ich, sie ist weg", meinte Pechstein. Doch auf der furiosen Schlussrunde nahm die Berlinerin, die ihre schwere Erkältung endgültig überwunden hat, ihrer ausgepumpten Rivalin auf der Innenbahn anderthalb Sekunden ab und gewann noch den Lauf.

Pechstein: "Wir sollten die Ruhe bewahren"

Dass in Hughes am Ende doch noch wie schon so häufig in dieser Saison eine Kanadierin ganz oben auf dem Treppchen stand, ließ Pechstein kalt: "Wir Deutschen sind auch nicht so schlecht drauf. Wir sollten die Ruhe bewahren."

Auch Friesinger hatte zwei Rennen zuvor voll überzeugt. Die Wahl-Salzburgerin ließ ihrer Gegnerin Catherine Raney aus den USA nicht den Hauch einer Chance und verpasste ihre persönliche Bestzeit, die sie bei Olympia 2002 auf der viel schnelleren Bahn in Salt Lake City aufgestellt hatte, nur um 25 Hundertstelsekunden. Friesinger genoss auf ihren Auslaufrunden die Standing Ovations der Eisschnelllauf-verrückten Niederländer sichtlich.

"Das war ein tolles Rennen, mein schnellstes, das ich je in Europa über 5000m gelaufen bin. Besser kann es doch gar nicht laufen", meinte Friesinger. Anschütz zeigte trotz der Nachwirkungen einer Erkältung ebenfalls weiter ansteigende Form. Die Erfurterin entschied in der persönlichen Bestzeit von 7:04,11 Minuten etwas überraschend das Duell mit der Kanadierin Kristina Groves (7:08,88) klar für sich. Anschütz blieb über drei Sekunden unter ihrer alten Bestmarke, die sie im Januar 2005 bei ihrem Weg zur Silbermedaille bei der Mehrkampf-EM ebenfalls in Heerenveen aufgestellt hatte.

Siegerin Hughes wusste unterdessen, dass sie aus ihrem Erfolg noch keine Rückschlüsse auf das olympische 5 000-m-Rennen ziehen konnte: "Ich kann nur hoffen, dass ich bis Turin die Form halten kann. Aber eines ist klar: Alles läuft auf ein Duell Kanada gegen Deutschland heraus."

Kuipers über 1500m nicht zu schlagen

Dass bei Olympia ein deutsches Herrenteam an den Start gehen wird, wird derweil immer unwahrscheinlicher. Team Deutschland I mit Christian Breuer (Grefrath), Stefan Heythausen (beide Grefrath) und Jörg Dallmann (Erfurt) belegte Rang acht und verpasste beim Sieg von Team Holland erneut die direkte Qualifikation für Turin. Dasselbe galt für Deutschland II mit Danny Leger (Inzell), Tobias Schneider (Berlin) und Robert Lehmann (Erfurt) auf Platz neun. Bei Olympia sind acht Teams dabei, Italien ist als Gastgeber gesetzt.

Damit ist Breuer, der über 1 500 m in 1:47,78 Minuten als guter Elfter erneut die Olympianorm schaffte, bislang der einzige der deutschen Herren mit Turin-Ticket. Lokalmatador Simon Kuipers gewann über 1 500 m in 1:45,39 Minuten und ließ dabei sogar den zweitplatzierten Weltrekordler und Doppel-Weltmeister Chad Hedrick (1:45,54) aus den USA hinter sich.

© SID

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