Eisschnelllauf Weltcup
Siege für Friesinger und Wolf in Heerenveen

Die deutschen Eisschnelllauf-Stars Anni Friesinger und Jenny Wolf haben dem Weltcup in Heerenveen ihren Stempel aufgedrückt. Friesinger feierte einen Doppelsieg und steht jetzt bei insgesamt 49 Erfolgen.

Anni Friesinger hat auf ihrer Lieblingsbahn in Heerenveen einen eindrucksvollen Doppelsieg gefeiert und ist nur noch einen Schritt vom Jubiläum entfernt. Die Team-Olympiasiegerin feierte in der niederländischen Eisschnelllauf-Hochburg ihre Weltcup-Siege 48 und 49 und kann am kommenden Wochenende in Erfurt als dritte Frau nach Gunda Niemann-Stirnemann (98 Siege) und Bonnie Blair (USA/69) die 50 vollmachen. Jenny Wolf rundete mit einem Sieg und einem zweiten Platz in den 500-m-Rennen das erfolgreiche Wochenende für die deutschen Kufen-Asse ab.

"Ich bin erstmal nur froh, dass ich gewonnen habe", meinte Friesinger nach ihren souveränen Siegen über 1 000 und 1500m. An den prestigeträchtigen nächsten Erfolg denkt sie weniger: "Natürlich bin ich glücklich über den Doppelsieg, aber das Jubiläum ist mir nicht so wichtig. Wenn's passiert, wäre es ein besonders schönes Nebengeräusch."

Bahnrekord über 1000m für Friesinger

Über 1000m verwies Friesinger in Bahnrekordzeit von 1:15,34 Minuten Christine Nesbitt (1:15,66) auf Platz zwei und baute ihre Führung im Gesamtweltcup mit dem zweiten Saisonsieg aus. Über 1500m verkürzte sie den Rückstand auf die Kanadierinnen Kristina Groves und Nesbitt, denen sie wie schon in der Vorwoche in Kolomna keine Chance gelassen hatte.

Auf Drängen ihres Trainers Gianni Romme ("Sie braucht die Erholung") verzichtete Friesinger am Sonntag auf Starts über 500m und im Team und war dabei in bester Gesellschaft. Auch die "Golden Girls" Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms sagten ihre Teilnahme am Mannschaftsrennen ab und reisten nach wenig überzeugenden Ergebnissen schon am Samstag ab.

Jenny Wolf lief dagegen im zweiten 500-m-Lauf am Sonntag erst richtig zur Hochform auf. Nach ihrem zweiten Platz hinter Erzrivalin Wang Beixing (China) am Freitag drehte die Weltrekordlerin den Spieß um und verbuchte in Bahnrekordzeit von 37,81 Sekunden ihren 15. Weltcupsieg.

"Der Lauf war fehlerlos, auch wenn's am Start noch etwas schneller hätte gehen können", meinte die Berlinerin gewohnt selbstkritisch. Im Sprint-Weltcup hat sie 40 Punkte Vorsprung vor Wang: "Das Wechselspiel mit ihr ist auch für mich spannend."

Pechstein zum vierten Mal Vierte

Pechstein wurde derweil über 3000m zum vierten Mal Vierte in der laufenden Saison und verabschiedete sich nach Rang sechs über 1500m ins Radtrainingslager nach Mallorca, wo sie von ihrem eigentlich schon zurückgetretenen Erfolgscoach Achim Franke betreut wird.

Nervös machen sie die fehlenden Erfolgserlebnisse offenbar nicht. "Ich bin nicht unzufrieden. Die Weltspitze ist nicht weit weg, und ein Punkt hat sich auch unter meinem neuen Trainer Peter Müller nicht geändert: Ich bin keine Frühstarterin", meinte die fünfmalige Olympiasiegerin.

Bei Anschütz-Thoms, in Kolomna noch Dritte über 1500m, traten die Anstrengungen der vergangenen Wochen besonders deutlich zutage. Die Thüringerin kehrte nach Platz sieben über 3 000 und Rang neun über 1500m umgehend nach Erfurt zurück, um aktiv zu regenerieren.

Bei den Männern setzte der Berliner Tobias Schneider als Achter über 5000m ein Ausrufezeichen. Der Chemnitzer Marco Weber konnte nach seinem überraschenden vierten Platz über 10.000m in Kolomna als 15. (6:34,85) diesmal nicht überzeugen. Überragender Starter war Lokalmatador Sven Kramer, der über 5 000 und 1500m souverän gewann.

© SID

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