Eisschnelllauf Weltcup
Wolf fährt den Gesamtsieg über 500m nach Hause

Beim Weltcup-Finale in Heerenveen reichte Jenny Wolf ein fünfter Platz über die 500m zum größten Erfolg ihrer Karriere. Die 27-Jährige holte sich den Gesamtsieg über die Sprintdistanz und 14 000 Dollar Preisgeld.

Die kleine Enttäuschung bei den Olympischen Spielen in Turin kann Jenny Wolf nun endgültig abhaken. Sechs Tage nach dem Ende der Winterspiele hat die Berlinerin im Eisschnelllauf-Mekka Heerenveen den größten Erfolg ihrer Karriere perfekt gemacht. Der 27 Jahre alten Literaturstudentin reichte beim Auftakt des Weltcup-Finals in den Niederlanden ein fünfter Platz über 500m, um sich erstmals den Gesamtsieg über die Sprint-Distanz und die Siegprämie in Höhe von 14 000 Dollar zu sichern.

"Ich bin sehr zufrieden. Jenny hatte eine ganz starke Angangszeit über 100 Meter, ist aber hinten heraus ein wenig kürzer geworden. Das war aber nach ihrer Verletzung nicht anders zu erwarten", erklärte Wolfs Trainer Thomas Schubert.

Wolf (38,77 Sekunden) hat vor dem zweiten Lauf am Sonntag bereits 234 Punkte Vorsprung vor ihrer letzten verbliebenen Widersacherin Chiara Simionato (Italien), die nach Platz drei (38,53) Wolf im Gesamtklassement nicht mehr einholen kann. Siegerin am Freitag wurde die Japanerin Sayuri Yoshii (38,35).

Pechstein und Friesinger greifen erst noch ein

Wolf ist die erste deutsche Gesamtweltcup-Gewinnerin auf dieser Strecke seit der Berlinerin Monique Garbrecht-Enfeldt im Jahr 2003. Die im Weltcup zuvor zweitplatzierte Weltmeisterin Wang Manli hatte ebenso wie die übrigen chinesischen Sprint-Stars ihre Teilnahme in Heerenveen abgesagt.

Anni Friesinger und Claudia Pechstein greifen erst am Samstag und Sonntag ins Geschehen in der Thialf-Halle ein. Friesinger geht als Weltcup-Führende in die letzten beiden Rennen über 1 000 und 1500m, Pechstein hat als Gesamt-Dritte allerdings nur noch geringe Chancen auf den Sieg im Langstrecken-Weltcup.

Wolfs Konstanz zahlt sich aus

Derweil war Wolfs Gesamtsieg zugleich ein Sieg der Beharrlichkeit. Die Berlinerin hatte als einzige der Klasseläuferinnen keinen einzigen Weltcup in der laufenden Saison verpasst. Neben ihren ersten Weltcupsiegen in Turin und Inzell waren drei zweite Plätze und ein dickes Punktepolster im Gesamtklassement der Lohn der harten Arbeit.

Bei den Winterspielen in Turin hatte sich Wolfs Engagement hingegen nicht ausgezahlt. Als Geheimfavoritin gestartet, kam sie nicht über Platz sechs hinaus, weil sie sich wie schon so oft zu viele kleine Fehler geleistet hatte. Zu allem Überfluss verletzte sie sich wenige Tage später beim Tanzen in einer Turiner Disko am Knöchel, so dass ihr Start in Heerenveen zeitweise sogar fraglich war. Auf die nicht olympischen 100m am Sonntag, die nur kurz nach dem zweiten 500-m-Lauf gestartet werden, wird sie verzichten. Auch dort führt sie das Gesamtklassement an.

Cheek und Dorofejew kämpfen um den Sieg

Wohin der Blick der Berlinerin in Zukunft gerichtet ist, wurde unterdessen nur wenige Minuten nach ihrem insgesamt 77,25 Sekunden dauernden Auftritt bei den Winterspielen klar. "Swetlana Schurowa ist Olympiasiegerin geworden. Da bin ich ja 2010 in Vancouver noch im besten Alter", meinte Wolf mit Blick auf die sieben Jahre ältere "Sprint-Oma" aus Russland. Nach der Saison gehts aber zunächst in den Urlaub nach Montreal, Mitte April will sie dann die letzten drei Scheine in ihrem Literatur-Studium in Angriff nehmen.

Bei den Sprintern liefern sich in Heerenveen Olympiasieger Joey Cheek aus den USA und der Russe Dimitri Dorofejew ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Sieg in der Sprint-Gesamtwertung. Nach dem ersten Rennen zog Cheek (35,08 Sekunden) durch einen zweiten Platz hinter dem Südkoreaner Lee Kang-Seok (34,82) mit dem drittplatzierten Dorofejew (35,13) an der Spitze des Gesamtklassement gleich. Cheek und Dorofejew haben vor dem letzten Rennen am Sonntag jeweils 630 Punkte auf dem Konto. Auch Lee (596) hat noch Chancen auf den Gesamtsieg.

Hedrick gewinnt Langstrecken-Weltcup

5 000-m-Olympiasieger Chad Hedrick hat unterdessen den Langstreckenweltcup gewonnen. Dem US-Amerikaner genügte ein dritter Platz im 5000m-Rennen hinter dem Niederländer Sven Kramer und dem Italiener Enrico Fabris, um den Gesamtweltcup mit 455 Punkten vor Kramer (400) und dessen Landsmann Carl Verheijen (365) für sich zu entscheiden.

Kramer gewann das Rennen am Freitag in der Bahnrekordzeit von 6:14,90 Minuten vor Fabris (6:18,55) und Hedrick (6:18,67). Bester Deutscher war der Berliner Tobias Schneider, der mit 6:33,01 Minuten Platz 17 belegte.

© SID

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