Eisschnelllauf Weltcup
Wolf hält beim Weltcup die Landesfarben hoch

Eisschnellläuferin Jenny Wolf hat zum Auftakt des Weltcups in Salt Lake Lake City über 500m den einzigen deutschen Sieg eingefahren. Anni Friesinger wurde über die doppelte Distanz mit deutschen Rekord Zweite.

Claudia Pechstein patzte zu Beginn ihrer "neuen Zeitrechnung", Anni Friesinger hoffte trotz deutschen Rekordes vergeblich auf ihren 45. Weltcup-Sieg, doch Jenny Wolf riss die Kohlen aus dem Feuer: Die Eissprinterin aus Berlin machte das Dutzend voll und sorgte beim Auftakt in Salt Lake City mit ihrem zwölften Weltcup-Erfolg für den ersten deutschen Saison-Erfolg.

Dass Wolf ihren 500-m-Weltrekord knapp verpasste und sich damit nicht dem Bestzeiten-Festival bei den Männern (4 Weltrekorde in fünf Rennen) anschloss, war ihr egal. "Besser hätte es kaum laufen können, ich bin rundum zufrieden. Der Angang war nicht ganz so schnell wie im ersten Rennen am Freitag, aber dafür der Rest umso besser", sagte die 28-Jährige, die vor acht Monaten ebenfalls auf dem Olympia-Eis von 2002 den WM-Titel in Rekordzeit gewonnen hatte: "Nimmt man das Beste aus beiden Läufen, hätte es vielleicht sogar mit dem Weltrekord geklappt. Aber unter dem Strich nehme ich mit, dass ich momentan sehr schnell unterwegs bin."

"Jenny hat gezeigt, was sie drauf hat"

Am Freitag hatte Wolf Rang zwei hinter ihrer Erzrivalin Wang Beixing aus China belegt und sich maßlos über einen Fehler in der Zielkurve geärgert. Auch ihr Trainer Thomas Schubert war erst am Samstag rundum zufrieden: "Im zweiten Lauf hat Jenny gezeigt, was sie drauf hat. Das war eine Supersache und - ohne überheblich zu klingen - das, was wir erwartet hatten."

Friesinger, die am Samstag wegen der Nachwirkungen einer Erkältung über 1500m pausiert hatte, verpasste im zweiten 1 000-m-Rennen ihren 45. Weltcup-Sieg nur knapp. Die Sprint-Weltmeisterin musste sich in deutscher Rekordzeit von 1:13,71 Minuten wie schon am Freitag mit Rang zwei zufrieden geben. Sie verbesserte ihre zwei Jahre alte deutsche Bestzeit um 24 Hundertstel. Es gewann die Italienerin Chiara Simionato in der zweitbesten je gelaufenen Zeit (1:13,47).

Pechstein sehr verärgert

Dagegen lief es für Claudia Pechstein in ihrem ersten Rennen ohne ihren Mentor und Erfolgscoach Achim Franke ("Das ist der Aufbruch in eine neue Zeitrechnung") alles andere als rund. Über 1500m kam die fünfmalige Olympiasiegerin bei einem Bahnwechsel mit Weltrekordlerin Cindy Klassen ins Gehege, verlor sehr gut in der Zeit liegend völlig den Rhythmus und musste sich am Ende mit Rang 14 begnügen. Zu allem Überfluss wurde sie wegen angeblicher Behinderung zunächst auch noch disqualifiziert.

"Sie ist stocksauer", sagte Teamleiter Helge Jasch, der Pechstein während des Rennens coachte, weil ihr neuer Trainer Peter Müller nicht offiziell für die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) arbeitet. "Auch wenn ihr das 3 000-m-Rennen am Sonntag wichtiger ist, hätten wir uns schon einen glücklicheren Start gewünscht", sagte Jasch, der später mit einem Protest zumindest die Disqualifikation rückgängig machen konnte.

Derweil purzelten in den Männerrennen die Weltrekorde, was zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison nicht unbedingt zu erwarten war. Nach dem Kanadier Jeremy Wotherspoon (500m in 34,03 Sekunden) und dem Niederländer Erben Wennemars (1500m in 1:42,32 Minuten) legten am Samstag der Finne Pekka Koskela (1000m in 1:07,00) und der Italiener Enrico Fabris (5 000 m in 6:07,40) nach.

Vor allem das 5 000-m-Rennen war denkwürdig. Weltrekordler Sven Kramer startete im Paar vor dem Olympia-Dritten Fabris, lief im sicheren Gefühl des Triumphes bereits vor der Ziellinie aus und verschenkte in 6:07,52 Minuten Sieg und Weltrekord. Fabris konterte und fügte dem Weltmeister aus den Niederlanden die erste Niederlage seit anderthalb Jahren zu. Kramer: "Das war ein Fehler. Das ärgert mich sehr."

© SID

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