Eisschnelllauf Weltcup
Wolf macht in Salt Lake City das Dutzend voll

In Salt Lake City hat Jenny Wolf ihren zwölften Sieg im Eisschnelllauf-Weltcup gefeiert. Die Berliner Eissprinterin gewann das zweite 500-m-Rennen in 37,22 Sekunden vor Vortagessiegerin Wang Beixing aus China.

Die Berliner Eissprinterin Jenny Wolf hat an der Stätte ihres größten Erfolges ihren zwölften Weltcup-Sieg gefeiert, den ganz großen Wurf aber knapp verpasst. Beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City setzte sich die 28 Jahre alte Literaturstudentin in 37,22 Sekunden vor Vortagessiegerin Wang Beixing aus China (37,45) durch, verfehlte ihren eigenen Weltrekord (37,04) allerdings um 18 Hundertstel. Die Bestmarke hatte sie exakt vor acht Monaten bei ihrem WM-Sieg ebenfalls auf der Olympiabahn von 2002 aufgestellt.

"Besser hätte es kaum laufen können"

Dennoch war Wolf zufrieden. "Besser hätte es kaum laufen können, der Angang war nicht ganz so schnell wie am Freitag, aber dafür der Rest umso besser", sagte die Berlinerin: "Nimmt man das Beste aus beiden Rennen, hätte es vielleicht sogar mit dem Weltrekord geklappt. Aber unter dem Strich nehme ich mit, dass ich momentan sehr schnell unterwegs bin."

Immerhin gelang ihr die Revanche. Am Vortag hatte Wolf Rang zwei hinter Wang belegt und sich maßlos über einen Fehler in der Zielkurve geärgert. "Ich hätte das Rennen locker gewinnen müssen", sagte Wolf, die nach einer extrem schnellen Angangszeit (10,18) sogar auf Weltrekordkurs gelegen hatte. Doch ihr Trainer Thomas Schubert war erst am Samstag rundum zufrieden. "Im zweiten Lauf hat Jenny gezeigt, was sie drauf hat. Das war eine Supersache und - ohne überheblich zu klingen - das, was wir erwartet hatten."

In der Tat beherrschte Wolf in ihrem fast fehlerlosen zweiten Lauf ihre Erzrivalin Wang deutlich. Platz drei belegte die Japanerin Sayuri Yoshii (37,90). Zweitbeste Deutsche wurde die Inzellerin Heike Hartmann (38,23) auf Rang acht. Die ehemalige Junioren-Weltrekordlerin war im ersten Rennen in persönlicher Bestzeit (38,04) überraschend auf Rang fünf vorgefahren.

Pechstein über 1500m nur auf Platz 14

Claudia Pechstein ist dagegen in ihrem ersten Weltcup-Rennen ohne ihren langjährigen Erfolgstrainer Achim Franke hinter den Erwartungen zurückgeblieben. In Abwesenheit von Sprint-Weltmeisterin Anni Friesinger belegte die 35 Jahre alte Langstrecken-Spezialistin aus Berlin im 1 500-m-Rennen beim Sieg der Kanadierin Christine Nesbitt (1:52,75) nur den 14. Platz und blieb nach Problemen bei einem Bahnwechsel in 1:56,94 Minuten mehr als zwei Sekunden unter ihrer Bestzeit.

Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt/1:55,69) erreichte als beste Deutsche Platz acht. Zweite wurde Kristina Groves (Kanada/1:54,25) vor der Italienerin Chiara Simionato (1:54,65).

Pechstein trainiert seit dieser Saison mit der norwegischen Männer-Nationalmannschaft unter dem amerikanischen Coach Peter Müller. Ihr Mentor Achim Franke hatte nach 16-jähriger Zusammenarbeit seinen Ruhestand angetreten und steht der erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin nur noch als Berater zur Verfügung. Friesinger, die noch immer unter den Nachwirkungen einer Erkältung leidet, hatte ihren 1 500-m-Start kurzfristig abgesagt.

Finne Koskela läuft 1 000-m-Weltrekord

Der Finne Pekka Koskela hat unterdessen überraschend einen Weltrekord über 1000m aufgestellt. Der 24-Jährige blieb in 1:07,00 Minuten drei Hundertstelsekunden unter der bisherigen Bestmarke von Olympiasieger Shani Davis, die der US-Amerikaner vor zwei Jahren ebenfalls auf der Olympiabahn von 2002 aufgestellt hatte.

Koskela verwies bei seinem sechsten Weltcupsieg Davis (1:07,18) und 500-m-Weltrekordler Jeremy Wotherspoon (1:07,34) auf die Plätze zwei und drei. Der deutsche Meister Samuel Schwarz (Berlin) belegte in 1:08,77 Minuten Platz 16 und verpasste seinen deutschen Rekord nur um elf Hundertstel.

Koskela sorgte bereits für den dritten Weltrekord beim Weltcup-Auftakt. Am Freitag lief der kanadische Weltcup-Rekordgewinner Wotherspoon über 500m 34,03 Sekunden und war damit gleich 22 Hundertstel schneller als der Südkoreaner Lee Kang-Seok, der genau wie die Berlinerin Jenny Wolf im März in Weltrekordzeit den WM-Titel in Salt Lake City geholt hatte. Zudem stellte der Niederländer Erben Wennemars auf der schnellsten Eisbahn der Welt in 1:42,32 Minuten die 1 500-m-Bestzeit des Amerikaners Shani Davis ein.

© SID

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