Eisschnelllauf Weltcup
Wolf nur Zweite in Salt Lake City

Zum zweiten Mal in dieser Saison musste sich Eisschnellläuferin Jenny Wolf der Chinesin Wang Beixing geschlagen geben. Dadurch verfehlte die Berlinerin ihren 40. Weltcup-Sieg.

Weltrekord verfehlt, WM-Generalprobe verpatzt: Eissprinterin Jenny Wolf musste beim Weltcup-Finale in Salt Lake City einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen. Nach einem Stolper-Lauf über 500m kassierte die Berlinerin gegen ihre chinesische Erzrivalin Wang Beixing ihre zweite Saisonniederlage, behielt aber immerhin ihren Weltrekord (37,02 Sekunden).

Derweil stahl Shani Davis den schnellen Frauen auf dem "Blitz-Eis" in Utah mit einem fantastischen 1 000-m-Weltrekord in einem verrückten Rennen die Show. Nur etwa 20 Minuten nachdem sein US-Landsmann Trevor Marsicano in 1:06,88 Minuten als erster Mann unter 1:07 gelaufen war, konterte Davis mit der Fabelzeit von 1:06, 42 Minuten. Der Weltmeister war damit 58 Hundertstel schneller als der alte Rekordhalter Pekka Koskela aus Finnland, der am 10. November 2007 an selber Stelle 1:07,00 Minuten gelaufen war.

Davis, der sich auch den Gesamt-Weltcup über 1000m sicherte, hatte bereits am Freitag in 1:41,80 Minuten über 1 500 m einen Weltrekord aufgestellt. Auch der Berliner Samuel Schwarz überzeugte und verbesserte seinen eigenen deutschen 1 000-m-Rekord, gelaufen im November 2007 in Calgary (1:08,60), um 26 Hundertstelsekunden auf 1: 08,34 Minuten. Allerdings kam er mit dieser Zeit nicht über Rang elf hinaus.

"Hatte gedacht, ich laufe hier Bestzeit"

Zuvor hatte Sprint-Weltmeisterin Wang auf der schnellsten Eisbahn der Welt im Fernduell mit Wolf 37,25 Sekunden vorgelegt, die Berlinerin konnte im letzten Paar nur noch 37,40 Sekunden nachlegen. Hauptgrund für die Niederlage waren Stolperer nach etwa 60 Metern und am ersten Kurveneingang. "Diese Fehler waren ungewöhnlich", sagte Wolf und konnte ihre Enttäuschung nur schwer verbergen: "Ich hatte gedacht, ich laufe hier Bestzeit."

Teamchef Helge Jasch mutmaßte, das Wolf sich selbst zu sehr unter Druck gesetzt hat: "Sie wollte unbedingt den Weltrekord, vielleicht war das das Problem. Sie hat wohl zuviel gewollt und war nicht locker genug."

Bei der Einzelstrecken-WM in der kommenden Woche auf der neuen Olympiabahn im kanadischen Richmond bei Vancouver (12. bis 15. März) geht die Berlinerin über ihre Spezialdistanz als Titelverteidigerin an den Start. Bis dahin muss sich die 30-Jährige nun mit dem Gesamt-Weltcup auf dieser Strecke trösten, den sie schon vor dem letzten Lauf der Saison zum vierten Mal in Folge gewonnen hatte. Von 13 Saisonrennen entschied sie zehn für sich, doch auch die zweite Niederlage gegen Wang wiegt schwer.

Auf dem Weg zur Prämien-Königin

In der Nacht zum Sonntag (MEZ) hatte Wolf noch die Chance, auf der 100-m-Distanz einen Weltrekord aufzustellen. Auch auf der eher unwichtigen kurzen Sprintstrecke, die bei der WM nicht gelaufen wird, hält sie in 10,23 Sekunden die Bestzeit. Im Falle eines Sieges der haushohen Favoritin hätte Wolf allein im Weltcup in dieser Saison 30 250 Dollar (24 000 Euro) an Preisgeldern eingenommen und wäre damit einsame Prämien-Königin.

Ihre Trainer hatten den großen Wurf beinahe erwartet und damit auch den Druck auf Wolf verstärkt. "Für eine 36er-Zeit muss einfach alles passen, aber wenn Jenny einen perfekten Lauf hinlegt, ist der Weltrekord fällig", sagte Bundestrainer Markus Eicher. Wolfs Heimcoach Thomas Schubert gab sich wie immer cool: "Sie ist gut drauf, alles ist in Ordnung, ein Weltrekord ist möglich."

© SID

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