Eisschnelllauf Weltcup
Wolf und Friesinger im Gleichschritt erfolgreich

Eissprinterin Jenny Wolf hat zum dritten Mal in Folge den Gesamt-Weltcup über 500m gewonnen. Auch Anni Friesinger untermauerte ihre Gold-Ambitionen für Nagano.

Die deutschen Kufenstars Jenny Wolf und Anni Friesinger haben im Gleichschritt den Heim-Weltcup in Inzell dominiert und drei Wochen vor den Einzelstrecken-Titelkämpfen in Nagano mit fünf Streckensiegen und zwei Weltcup-Triumphen ihre Gold-Ambitionen eindrucksvoll unterstrichen.

"Das ist super gelaufen. Bei so einer Form kann ich nicht mehr viel kaputt machen, es sei denn, ich werde noch krank. Aber das habe ich in dieser Saison schon hinter mir, deshalb wird"s in Nagano gut werden", meinte Friesinger voller Optimismus.

Ebenso wie Wolf über 500m hatte sie im langen Sprint die Konkurrenz in beiden Rennen förmlich in Grund und Boden gelaufen. Schon ihr 53. Einzelsieg am Samstag bescherte der 31-Jährigen auf ihrer Hausbahn vorzeitig den mit 14 000 Dollar (9 560 Euro) dotierten Weltcup-Gesamtsieg über 1000m - den zweiten über die lange Sprintdistanz nach 2006 und den insgesamt achten. Am Sonntag folgte Weltcup-Sieg Nummer 54.

Über das gleiche Preisgeld durfte sich am Sonntag auch Jenny Wolf freuen. Nach ihren Weltcup-Erfolgen 21 und 22 und ihrem dritten 500-m-Gesamtsieg in Folge versuchte sie erst gar nicht, ihr riesiges Selbstbewusstsein zu verbergen. "Ich musste hier schon gewinnen, alles andere wäre schlecht gewesen", meinte die 29-Jährige. So war sie aber "stolz, dass ich den Hattrick geschafft habe".Den Sieg über die nicht olympische und deswegen eher unwichtige 100-m-Distanz vor der Erfurterin Judith Hesse nahm Wolf zum Abschluss der Wettkämpfe noch gerne mit.

Zehn von zwölf Rennen hat die Sprint-Weltmeisterin und Weltrekordlerin in dieser Saison auf ihrer Lieblingsstrecke für sich entschieden und damit wie keine andere im Weltcup-Zirkus eine Distanz beherrscht. Dass die Chinesin Wang Beixing, die die Deutsche als bislang einzige in dieser Saison bezwungen hat, sich seit Wochen abseits der Weltcups auf die WM vorbereitet und auch in Inzell fehlte, macht Wolf keine Angst.

WM als absoluter Saisonhöhepunkt

"Wirklich schade, dass ich zuletzt so selten auf sie getroffen bin", meinte Wolf, die ohnehin nur auf ihre eigenen Stärken schaut: "Die gesamte Saisonsteuerung ist darauf ausgerichtet, dass ich bei der WM am schnellsten bin. Mit den Erfolgen kommen zusätzlich Stabilität und Selbstbewusstsein." Dass sie ebenso wie Friesinger in Inzell bei perfektem Wetter, aber hartem Eis ihren eigenen Bahnrekord verpasste, warf keinen Schatten auf ihre Top-Leistung. Dennoch warnte ihr Trainer Thomas Schubert vor zu viel Selbstsicherheit: "Es gibt keinen Grund, überheblich zu werden."

Auch Friesingers Optimismus kommt nicht von ungefähr. Sie gewann sieben der bislang neun 1 000-m-Rennen, und zwar so deutlich, dass sich keine andere Läuferin in Nagano ernsthafte Goldhoffnungen machen darf. Die Form von Friesinger ist so gut, dass die Führungsriege der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) auch auf einen Teamstart der Olympiasiegerin von Turin hoffen darf.

"Wir haben verabredet, dass wir in Nagano schauen, wie es läuft. Wir haben die Hoffnung, das Top-Trio aufs Eis schicken zu können", meinte Desg-Teamchef Helge Jasch. Im vergangenen Jahr hatten Diskussionen über einen Teamstart von Friesinger schon lange vor der WM in Salt Lake City die Atmosphäre vergiftet. Bei den Titelkämpfen holte das Trio dann ohne ihre Frontfrau nur Bronze. In diesem Jahr können Friesinger und Co. vor der WM in der Olympiastadt von 1998 (6. bis 9. März) zum letzten Mal beim Weltcup-Finale am kommenden Wochenende in Heerenveen ihre Form testen.

© SID

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