Eisschnelllauf Weltcup
Wolf unterbietet eigene Weltrekordzeit

Jenny Wolf hat beim zweiten Weltcup in Calgary einen Weltrekord über 500m aufgestellt und ihre eigene Bestzeit um zwei Zehntel auf 37,02 Sekunden verbessert. Derweil sicherte sich Anni Friesinger den Sieg im B-Lauf.

Jenny Wolf aus Berlin hat beim zweiten Weltcup in Calgary über die 500m triumphiert und dabei einen neuen Weltrekord aufgestellt. Die 28 Jahre alte Weltmeisterin unterbot in 37,02 Sekunden ihre gut acht Monate alte Bestzeit (37,04) um zwei Hundertstel. Bei ihrem 13. Weltcup-Sieg verwies Wolf die Chinesin Wang Beixing (37,21) und Sayuri Yoshii aus Japan (37,88) auf die Plätze zwei und drei und übernahm mit 280 Punkten die alleinige Führung im Sprint-Weltcup vor Wang (260).

"Das ist einfach fantastisch, dabei hatte ich in der Außenkurve noch jede Menge Reserven", sagte die Literaturstudentin nach ihrem Traumlauf, den sie mit der schier unglaublichen 100-m-Angangszeit von 10,13 Sekunden eingeleitet hatte. "Zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon zwei Zehntel Vorsprung vor der Konkurrenz. Das war der Wahnsinn", sagte Wolfs Trainer Thomas Schubert: "Ich hoffe, sie wird auch die erste Läuferin sein, die einer 36er-Zeit läuft. Das Vermögen dazu hat sie."

Dass dies schon am Samstag im zweiten Lauf passieren könnte, hält Schubert allerdings für unwahrscheinlich: "Da haben wir am Ende die schlechte Innenkurve." Schon in der Vorwoche in Salt Lake City hatte Wolf auf Rekordkurs gelegen, konnte dann aber das Tempo auf der engen Zielkurve nicht mehr halten.

Wolf fühlt sich "ziemlich gut in Form"

Wolf hatte auf der Sprint-Distanz am 10. März in Salt Lake City ihren ersten WM-Titel in Weltrekordzeit geholt. Nachdem Claudia Pechstein ihren 5 000-m-Weltrekord an die Tschechin Martina Sablikowa verloren hat, ist Wolf die letzte deutsche Weltrekordhalterin auf einer Einzelstrecke. Ihre in Calgary erzielte Bestzeit markiert den ersten Frauen-Weltrekord der neuen Saison. Bei den Männern waren beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City am vorigen Wochenende gleich vier Bestmarken gebrochen worden. Dort hatte Wolf in der Vorwoche über 500m zunächst hinter Wang Platz zwei belegt und dann einen Tag später vor der Chinesin gewonnen.

"Unter dem Strich nehme ich nach Calgary mit, dass ich ziemlich gut in Form bin", hatte die Literaturstudentin vor den Wettkämpfen auf der extrem schnellen Olympiabahn von 1988 gesagt und Recht ehalten.

Friesinger meldet zurück, Pechstein verpasst Podium

Unterdessen verpasste die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein erneut einen Podestplatz im 3 000-m-Rennen. Die 35-jährige Berlinerin musste sich in 4:00,25 Minuten wie schon beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City am vergangenen Wochenende mit Platz vier zufrieden geben. Es siegte wie schon auf der Olympiabahn von 2002 die tschechische Weltmeisterin Martina Sablikova, die in 3:55,83 Landesrekord lief. Renate Groenewold verwies in niederländischer Rekordzeit (3:55,98) die Kanadierin Kristina Groves (3:58,78) auf Rang drei. Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms (4:00,41) wurde Sechste.

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger gewann derweil das 500-m-Rennen der schwächeren B-Gruppe. Die Sprint-Weltmeisterin entschied den Lauf in 38,22 Sekunden vor der Chinesin Zhang Shuang (38,32) und der Kanadierin Shannon Rempel (38,51) für sich. Die Erfurterin Judith Hesse wurde Vierte (38,68).

Mit dem Sieg sicherte sich Friesinger das Startrecht in der A-Gruppe für den nächsten Sprint-Weltcup in Heerenveen (7. bis 9. Dezember). Die 30-Jährige musste in Calgary in der B-Gruppe laufen, weil sie beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City in der Vorwoche auf einen 500-m-Start verzichtet hatte.

© SID

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