Eisschnelllauf Weltcup
Wolf verliert Duell mit Rivalin Beixing

Beim ersten Eisschnelllauf-Weltcup der Saison in Berlin schnappte Wang Beixing aus China über 500m Jenny Wolf den Sieg weg. Über 3000m lief Daniela Anschütz-Thoms auf Platz zwei.

Sie riss die Arme in die Höhe und ließ ihrer Freude freien Lauf: Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) sorgte am zweiten Tag des Eisschnelllauf-Weltcups in Berlin mit ihrem zweiten Platz über 3000m für das Glanzlicht aus deutscher Sicht und stahl der Fünftplatzierten Claudia Pechstein die Show. Jenny Wolf erlebte über 500m eine Ernüchterung und verlor nach zehn Weltcup-Siegen in Folge erstmals wieder ein Rennen.

Pechstein nur auf Platz fünf

"Ich bin sehr glücklich über dieses Ergebnis, weil ich unbedingt wieder aufs Podium wollte", sagte Anschütz-Thoms, die nach 4:07,08 Minuten ins Ziel kam. Die WM-Dritte feierte ihren größten Einzel-Weltcup-Erfolg seit dem zweiten Platz in Calgary im März 2007 und profitierte davon, dass sie mit der Siegerin Martina Sablikova (Tschechien) in einem Lauf antreten musste: "Martina ist zur Zeit das Maß der Dinge. Deshalb war es gut für mich, gegen sie zu laufen", sagte die Erfurterin.

Nicht so erfolgreich lief es für die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein. Die Berlinerin musste sich in 4:08,42 Minuten mit Platz fünf begnügen. Die Lokalmatadorin zeigte sich noch geschwächt von ihrer Oberschenkel-Verletzung, die sie am Vortag zur Absage des 1 500-m-Laufs gezwungen hatte. Es siegte Sablikova (4:03,70), Dritte wurde die Japanerin Masako Huzumi (4:07,92). Überzeugen konnte Stephanie Beckert (Erfurt), die in neuer persönlicher Bestzeit (4:09,99) auf Platz neun lief.

Wolf muss sich geschlagen geben

Weltrekordlerin Jenny Wolf musste sich über 500m trotz eines Traumstarts nach knapp einem Jahr wieder geschlagen geben. Die 29 Jahre alte Berlinerin lief in 10,19 Sekunden die schnellste 100-m-Zwischenzeit, die je auf einer Flachbahn über 500m gelaufen wurde. Am Ende reichte es in 37,95 Sekunden allerdings nur zu Platz zwei hinter ihrer chinesischen Dauerrivalin Wang Beixing (37,91). Dritte wurde Lee Sang-Hwa (Südkorea/38,26).

"Nach dem Wackler in der zweiten Kurve fehlte mir die Kraft, auf der Zielgeraden noch einmal zu beschleunigen", sagte Wolf, die mit Wang in einem Rennen lief. "Ich weiß jetzt, dass nach oben noch eine Steigerung drin ist. Zu Beginn der vergangenen Saison musste ich auch einige Rückschläge hinnehmen, ehe sich der Erfolg einstellte", sagte Wolf.

"Wang Beixing hat gezeigt, dass man immer mit ihr rechnen muss. Das wird eine spannende Saison", sagte Teamchef Helge Jasch von der Deutschen Eisschnellauf-Gemeinschaft (Desg). Am Vortag hatte Wolf das erste 500-m-Rennen gegen Wang mit sechs Tausendstelsekunden Vorsprung gewonnen und in 37,752 Sekunden einen neuen Bahnrekord aufgestellt.

Bei den Männern entschied Joji Kato das Rennen über 500m für sich. Der Japaner lief 34,70 Sekunden und stellte einen neuen Bahnrekord auf. Auf den zweiten Platz lief der Chinese Yu Fengtong (35,07), Dritter wurde der Finne Mika Poutala (35,13).

Weltrekordler Wotherspoon schwer gestürzt

Überschattet wurde das Rennen von einem schweren Sturz des Kanadiers Jeremy Wotherspoon. Der Weltrekordler verlor in der Kurve die Kontrolle, prallte in die Bande und schied mit Verdacht auf Armbruch aus. Am Tag zuvor hatte sich bereits der Kanadier Mike Ireland den Arm nach einem Sturz ausgekugelt. Drei weitere Läufer waren bei dem Sturzfestival zu Boden gegangen.

Sven Kramer feierte derweil seinen zweiten Sieg. Einen Tag nach seinem Erfolg über 5000m gewann der niederländische Weltmeister in 1:45,69 Minuten auch die 1 500-m-Strecke. Auch auf den folgenden drei Plätzen landeten Niederländer. Zweiter wurde Erben Wennemars (1:45,85 Minuten) vor Simon Kuipers (1:45,95) und Mark Tuitert (1:46.04).

© SID

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