Eisschnelllauf Weltcup
Wolfs Siegesserie reißt in Heerenveen

Weltrekordlerin Jenny Wolf hat nach drei Siegen in Folge beim Eisschnelllauf-Weltcup in Heerenveen über 500m wieder eine Niederlage kassiert. Über 3000m landete Claudia Pechstein auf dem vierten Rang.

Die Siegesserie von Weltrekordlerin Jenny Wolf ist beim Weltcup im niederländischen Heerenveen gerissen. Die Berlinerin verpasste ihren 15. Weltcup-Triumph knapp und musste sich nach zuvor drei Erfolgen in Serie im ersten 500-m-Rennen in der niederländischen Kufen-Hochburg mit Platz zwei zufrieden geben. Über 3000m musste sich Claudia Pechstein bereits zum vierten Mal in dieser Saison mit Platz vier begnügen. Daniela Anschütz-Thoms wurde Siebte.

Ausgerechnet ihre chinesischen Erzrivalin Wang Beixing war schneller als Wolf. Wang blieb in 37,96 Sekunden fünf Hundertstel unter dem knapp zwei Jahre alten Bahnrekord der russischen Olympiasiegerin Swetlana Schurowa und war damit sieben Hundertstel schneller als Wolf. Dritte wurde Annette Gerritsen (38,53).

Wolf: "Das werden wir analysieren"

"Der Lauf war nicht gut, ich bin am Start schlecht weggekommen. Das werden wir analysieren müssen", sagte Wolf, die die ersten 100m in der für sie schwachen Zeit von 10,37 Sekunden absolviert hatte: "Danach musste ich mich bis ins Ziel quälen, deswegen hat es diesmal nicht ganz gereicht."

Dennoch bleibt die Literaturstudentin zuversichtlich. "Ich habe in dieser Woche hervorragend trainiert und bin überzeugt, dass ich das Ergebnis im zweiten Rennen am Sonntag wieder drehen kann", meinte Wolf, die beim zweiten Weltcup auf dem schellen Eis von Calgary in 37,02 Sekunden einen Weltrekord aufgestellt hatte. Danach hatte sie drei Wochen lang Pause, weil beim dritten Weltcup in Moskau keine Sprints auf dem Programm standen.

In Heerenveen belegte Sprint-Weltmeisterin Anni Friesinger (38,78) auf den von ihr selten im Weltcup gelaufenen 500m Platz fünf und war damit überraschend hinter der Erfurterin Judith Hesse (38,75/Platz vier) nur drittbeste Deutsche. Für Friesinger war es dennoch ein gelungener 500-m-Test für die Sprint-WM an selber Stelle (19./20. Januar), wo sie über zweimal 500 und zweimal 1000m ihren Titel erfolgreich verteidigen will.

Im Sprint-Weltcup verkürzte Wang mit nunmehr 440 Punkten den Rückstand auf Titelverteidigerin Wolf auf 20 Zähler. Die Japanerin Sayuri Yoshii hat auf Platz drei mit 288 Punkten schon einen großen Rückstand.

Pechstein schrammt am Podest vorbei

Im 3 000-m-Rennen brachte Lokalmatadorin Renate Groenewold (4:02,62) der diesmal zweitplatzierten tschechische Weltmeisterin und Weltrekordlerin Martina Sablikova (4:04,22) die erste Saisonniederlage auf den Langstrecken bei. Dritte wurde Groenewolds Teamkollegin Ireen Wüst (4:06,12), die Pechstein den dritten Platz um 15 Hundertstel wegschnappte. Anschütz-Thoms konnte einer Woche nach ihrem dritten Platz über 5000m in Kolomna ihren Erfolg nicht wiederholen.

Bei den Männern gewann Tucker Fredricks in Abwesenheit von Seriensieger Jeremy Wotherspoon (Kanada) die 500m. Der Weltcup-Titelverteidiger aus den USA setzte sich in 34,89 Sekunden vor den Südkoreanern Lee Kyou-Hyuk (35,00) und Mun Joon (35,05) durch. Deutsche Läufer waren in der A-Gruppe nicht am Start. Weltrekordler Wotherspoon verzichtete auf einen Start in Heerenveen, weil er sich auf seiner Heimbahn in Calgary auf die Sprint-WM im Januar vorbereiten will.

Lokalmatador Sven Kramer hat überraschend das 1 500-m-Rennen gewonnen. Der Langstreckenspezialist, Weltrekordler und Weltmeister über 5 000 und 10.000m, verwies in Bahnrekordzeit von 1:45,21 Minuten den Kanadier Denny Morrison (1:45,34) und seinen Landsmann Mark Tuitert (1:45,54) auf die nächsten Plätze und verbuchte seinen ersten Weltcup-Erfolg auf der Mittelstrecke.

Stefan Heythausen (1:47,81) aus Grefrath belegte als bester Deutscher Platz 13. Der Erfurter Robert Lehmann (1:50,05) wurde 19. und 20 Startern.

Im 1 500-m-Weltcup führt der Niederländer Erben Wennemars, der in Heerenveen nur Achter wurde, mit 296 Punkten vor seinen Landsmännern Tuitert (218) und Simon Kuipers (214). Kuipers hatte vor Kramer den Bahnrekord (1:45,39) gehalten.

© SID

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