Eisschnelllauf Weltcup: Wüst hängt Friesinger in Calgary noch ab

Eisschnelllauf Weltcup
Wüst hängt Friesinger in Calgary noch ab

Beim Weltcup-Finale in Calgary hatte die schwer erkältete Anni Friesinger ihrer Konkurrentin Ireen Wüst über 1500m nichts entgegen zu setzen. In Friesingers Abwesenheit siegte Wüst und sicherte sich den Gesamtsieg.

Die wegen einer schweren Erkältung fehlende Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger hat den Sieg im Gesamtweltcup über 1500m ihrer Erzrivalin Ireen Wüst überlassen müssen. Die Mehrkampf-Weltmeisterin aus den Niederlanden gewann beim Weltcup-Finale in Calgary das letzte 1 500-m-Rennen der Saison und zog damit in der Gesamtwertung mit Friesinger gleich (beide 480 Zähler).

Die 20-Jährige profitierte von der umstrittenen Regelung, dass die Siegerin des letzten Laufs bei Punktgleichheit im Abschlussranking vorne liegt. Dabei hatte Friesinger, die das Rennen im Hotelbett verfolgte, auf ihrer Lieblingsstrecke vier Saisonsiege und Wüst nur zwei verbucht.

Wüst mit Weltklasse-Zeit

Die Inzellerin, die noch immer auf einen Start bei der am Donnerstag beginnenden Einzelstrecken-WM in Salt Lake City bangen muss, hätte für den Gesamtsieg in Calgary nur das Ziel erreichen müssen. Ein Sicherheitslauf kam für sie jedoch nicht in Frage: "Entweder ich bin zu 100 Prozent bei der Sache oder gar nicht."

Wüst gewann das letzte Rennen in der drittbesten jemals gelaufenen Zeit von 1:52,38 Minuten (Weltrekord: 1:51,79) klar vor Kristina Groves (1:53,58) und Weltrekordlerin Cindy Klassen (1:53, 80/beide Kanada). Die Erfurter Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms wurde in persönlicher Bestzeit von 1:55,29 Minuten als Neunte beste Deutsche. Neben Friesinger hatte auch die Berlinerin Claudia Pechstein, die sich nur auf das 3 000-m-Rennen am Sonntag konzentriert, auf einen Start verzichtet.

Für den ersten Weltrekord des Wochenendes auf der Olympiabahn von 1988 sorgte der Niederländer Sven Kramer. Der 20 Jahre alte Mehrkampf-Weltmeister unterbot in 6:07,48 Minuten seinen anderthalb Jahre alten 5 000-m-Weltrekord um 1,3 Sekunden und gewann auch klar den mit umgerechnet 10 600 Euro dotierten Langstrecken-Weltcup.

Berliner Schneider Siebter der Gesamtwertung

Der Berliner Tobias Schneider war als 19. im Rennen zwar nur drittbester Deutscher hinter Marco Weber (Chemnitz/12.) und Robert Lehmann (Erfurt/16.), sorgte aber als Siebter der Gesamtwertung für das beste deutsche Ergebnis seit sieben Jahren.

Derweil verpasste die Berlinerin Jenny Wolf ihren elften Weltcupsieg erneut und muss die WM-Favoritenrolle der Chinesin Wang Beixing überlassen. Einen Tag nach ihrem zweiten Platz lief die 28-Jährige, die den Gesamtweltcup schon sicher hatte, im zweiten 500-m-Rennen auf Platz drei. Wolf unterbot in 37,71 Sekunden ihre am Freitag aufgestellte persönliche Bestzeit zwar um eine Hundertstel, die Japanerin Sayuri Osuga (37,66) und vor allem Wang waren aber schneller. Die Chinsesin verpasste den über fünf Jahre alten Weltrekord der Kanadierin Catriona Lemay Doan (37,22) nur um eine Zehntel.

Hahn verpasst WM-Qualifikation

Der deutsche Meister Anton Hahn verpasste unterdessen die WM-Qualifikation. Beim Sieg des Japaners Yuya Oikawa (34,42) musste sich der 22 Jahre alte Erfurter im zweiten 500-m-Rennen mit dem 26. Platz zufrieden geben. Wie schon am Vortag (35,60) erreichte er in 35,62 Sekunden nicht die WM-Norm (35,50). Damit findet der 500-m-Wettkampf bei der WM ohne deutsche Männer statt.

Den Gesamtweltcup sicherte sich Tucker Fredricks (USA), der den punktgleichen Japaner Keiichiro Nagashima (beide 825 Zähler) auf Rang zwei verwies. Das Rennen am Sonntag gewann Oikawa vor Sprint-Weltmeister Lee Kang-Seok (Südkorea/34,43) und Fredricks (34,48).

© SID

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