Eisschnelllauf WM: Friesinger träumt erneut vom WM-Gold

Eisschnelllauf WM
Friesinger träumt erneut vom WM-Gold

Anni Friesinger startet am Wochenende zur "Operation Titelverteidigung" bei der Sprint-WM in Heerenveen. "Wieder Erste zu werden, wäre ein Traum", so die deutsche Eisschnellläuferin.

Ihre größte Rivalin hat die Schlittschuhe verloren, die letzten Wehwehchen sind ausgestanden und die Vorfreude auf ihre Lieblingsbahn ist groß: Anni Friesingers "Operation Titelverteidigung" bei der Sprint-WM am Wochenende in der niederländischen Kufenhochburg Heerenveen steht offenbar unter einem guten Stern. Dennoch bleibt die beste deutsche Eisschnellläuferin zurückhaltend.

"Konkurrenz ist viel stärker als im letzten Jahr"

"Die Konkurrenz ist viel stärker als im letzten Jahr, und meine Vorbereitung war alles andere als optimal", sagt die 31-Jährige und formuliert ihre Zielsetzung für den Sprint-Vierkampf (je zweimal 500 und 1000m) mit Vorsicht: "Ich will auf alle Fälle mindestens Zweite werden. Wenn ich alles gebe, und am Ende reicht es nicht für ganz vorne, ist das okay für mich. Wieder Erste zu werden, wäre ein Traum."

Die Antibiotika, die sie zu Jahresbeginn wegen eines entzündeten Insektenstiches nehmen musste, waren gerade abgesetzt, da erwischte Friesinger noch der Noro-Virus. Doch spätestens nach den ersten Metern auf ihrem Lieblingseis in der Thialf-Halle war das alles vergessen: "Thialf ist einfach super. Die Stimmung ist einmalig, und die Leute schätzen mich. Hier zu laufen, ist etwas ganz Besonderes."

Rein sportlich betrachtet kommt Friesinger das Pech ihrer chinesischen Konkurrentin Wang Beixing entgegen. Die Schlittschuhe, die seit den Terroranschlägen vom 11. September auf Flügen nicht mehr im Handgepäck transportiert werden dürfen, gingen auf der Anreise verloren. Ohne die maßgefertigten Schuhe und die hochempfindlichen bis ins Detail auf sie abgestimmten Kufen ist Wang gegen Friesinger wohl chancenlos.

"Keine Frage, das ist ein großer Vorteil für mich. Sie ist die Läuferin mit der perfektesten Technik und auf beiden Strecken unglaublich schnell. Es tut mir leid für sie. Ich habe ihr meine Hilfe angeboten, aber die eigenen Schuhe sind durch nichts zu ersetzen", meint Friesinger.

Lokalmatadorinnen Timmer und Wüst größte Konkurrentinnen

Größte Konkurrentinnen sind nun die Niederländerinnen um 1 000-m-Olympiasiegerin Marianne Timmer und Ireen Wüst sowie Chiara Simionato aus Italien. 500-m-Weltrekordlerin Jenny Wolf hat Friesinger weniger auf der Rechnung: "Über 500m ist sie das Maß aller Dinge, aber ihre Schwäche über 1000m ist kein Geheimnis."

Auch Wolf selbst sieht nur "eine theoretische Chance auf Bronze". Ihr Fahrplan zu Edelmetall ist klar. "Die 500m müssen zweimal optimal sein, sonst kann ich schon alles abschreiben. Dann muss ich sehen, dass ich über 1000m so wenig wie möglich verliere", meint die 500-m-Weltmeisterin aus Berlin, die völlig entspannt ins Rennen geht und "gute Voraussetzungen" sieht. Sie stehe überhaupt nicht im Mittelpunkt könne sich den Wettkampf "fast von außen ansehen".

Ihr Missgeschick aus dem Vorjahr, als ihr bei den Titelkämpfen im norwegischen Hamar der wohl kurioseste Sturz der Saison unterlief, ist längst vergessen: "Vor eine Lichtschranke zu laufen - das passiert nur einmal im Leben."

Im Gegensatz zu den Frauen geht es bei den deutschen Männern nur darum, Erfahrung zu sammeln. Schon ein Top-10-Platz käme für Nico Ihle (Erfurt) und Samuel Schwarz (Berlin) einer Sensation gleich. Favorit auf den Titel ist der nach einem Jahr Rennpause wiedererstarkte Kanadier Jeremy Wotherspoon, der sein fünftes Sprint-WM-Gold anstrebt.

© SID

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