Eisschnelllauf WM
Goldener WM-Start für Anni Friesinger

Anni Friesinger hat gleich am ersten Tag der Eisschnelllauf-WM in Nagano Gold gewonnen. Über 1 500 Meter siegte die 31-Jährige vor Paulien van Deutekom und Kristina Groves.

Erstes Rennen, erster Sieg: Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger hat bei der Einzelstrecken-WM in Nagano einen Traumstart gefeiert und bei ihrem Sturmlauf über 1500m zum insgesamt 14. WM-Titel die versammelte Weltelite deklassiert. Doch auch nach ihrem fünften Triumph über die Mittelstrecke spannte Friesinger die Verbandsbosse weiter auf die Folter und ließ offen, ob sie am Samstag im Teamwettbewerb an den Start gehen will.

"Das erste Ziel ist erreicht. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen", meinte Friesinger erleichtert: "Ich hätte nie geglaubt, mit so einem großen Vorsprung gewinnen zu können. Das macht mich sehr glücklich", sagte die 31-Jährige, die in Bahnrekordzeit von 1:56,06 Minuten der zweitplatzierten Mehrkampf-Weltmeisterin Paulien van Deutekom (1:57,36) aus den Niederlanden nicht den Hauch einer Chance ließ. Dritte wurde die Kanadierin Kristina Groves (1:57,63) vor Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms aus Erfurt (1:58,81), die ihr bestes WM-Ergebnis über diese Strecke verbuchte.

Ein Titel fehlt noch zum Rekord

Friesinger benötigt mit nunmehr zehnmal Gold, achtmal Silber und einmal Bronze nur noch einen Erfolg, um die Erfurterin Gunda Niemann-Stirnemann (11/3/0) als erfolgreichste Athletin in der Geschichte der Einzelstrecken-Titelkämpfe abzulösen. Dass dies spätestens am Sonntag nach dem 1 000-m-Rennen der Fall sein wird, bezweifelt angesichts ihrer Dominanz niemand mehr.

Beim Thema Team-Wettbewerb spannte sie Trainer und Funktionäre aber weiter auf die Folter. "Mal sehen, wie ich mich erhole. Ich sage noch nicht nein", meinte Friesinger, die mit ihrem Coach Gianni Romme nicht nur ihre eigene Leistung, sondern auch die der Konkurrentinnen akribisch analysieren will. Eine Entscheidung soll Freitag getroffen werden. Sollte sie gegen einen Teamstart fallen, wäre gewaltiger Zoff mit der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) vorprogrammiert.

In der Gold-Besetzung von Olympia 2006 in Turin mit Friesinger, Anschütz-Thoms und Claudia Pechstein ist das Team Deutschland kaum zu schlagen. Ohne Friesinger wäre es vor allen gegen die starken Niederländerinnen nur Außenseiter.

"Es lohnt nicht, vorab auf dem Thema herumzukeulen"

"Für Anni war es wichtig, mit welchem Vorsprung sie die 1500m gewinnen würde. Der war groß genug, um die Konkurrenz auch über 1000m auf Abstand zu halten, selbst wenn sie vorher im Team läuft", sagte Bundestrainer Markus Eicher. Desg-Präsident Gerd Heinze, der nach Friesingers Team-Verzicht im Vorjahr in Salt Lake City die Olympiasiegerin hart kritisiert hatte, will die Entscheidung abwarten: "Es lohnt nicht, vorab auf dem Thema herumzukeulen."

Auch Anschütz-Thoms stellte zum Höhepunkt am Saisonende ihre Topform unter Beweis. "Ich wusste, dass ich mich mit Anni nicht messen konnte. Ich bin mein eigenes Rennen gelaufen, und das hat perfekt geklappt", meinte die Erfurterin und war mit Platz vier ebenso zufrieden wie ihre Laufgegnerin Friesinger. "Daniela und ich haben das Tempo für die Konkurrenz vorgegeben. Entscheidend war, auf diesem schweren Eis technisch sauber zu laufen. Mit Kraft erreicht man hier nichts", sagte die Siegerin.

Das Auftaktrennen bei den Männern über 5000m gewann überlegen und erwartungsgemäß Weltrekordler und Titelverteidiger Sven Kramer aus den Niederlanden (6:17,24). Silber holte der Italiener Enrico Fabris (6:20,22) vor Kramers Teamkollege Wouter Olde Heuvel (6:24, 05). Der Chemnitzer Marco Weber (6:32,96) belegte einen hervorragenden siebten Platz und war danach selber überrascht: "Damit hätte ich im Traum nicht gerechnet."

© SID

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