Eisschnelllauf WM
Pechstein hat bei Mehrkampf-WM Medaille im Blick

Bei der heute startenden Mehrkampf-WM im Eisschnelllauf will Claudia Pechstein alle Skeptiker von ihrer Klasse überzeugen und vor heimischen Publikum in Berlin eine Medaille holen.

Bis in die Haarspitzen motiviert ist Claudia Pechstein vor der Mehrkampf-WM am Wochenende auf ihrer Hausbahn in Berlin. Die 35 Jahre alte Berlinerin will ihren Kritikern beweisen, dass sie noch zur Weltspitze gehört und mit dem Gewinn einer Medaille die selbst ernannten Bedingungen für die Fortsetzung ihrer Karriere erfüllen.

"Ich war nie eine Frühstarterin. Deshalb ist der Saisonverlauf mit vielen vierten Plätzen für mich typisch", sagte Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin, die in Abwesenheit von Anni Friesinger und Jenny Wolf in ihrer Heimatstadt im Mittelpunkt steht. Siebenmal musste sich Pechstein in diesem Winter mit Platz vier begnügen. Erst in den letzten zwei Wochen gelang bei den Weltcups in Hamar und Baselga der Sprung auf Rang zwei.

Neuerliche Kritik nagt an Pechstein

Die Kritik zog nach den vielen verpassten Podestplätzen nicht spurlos an ihr vorbei. "Es ist nicht erfreulich zu lesen, dass der Lack schon ab sein soll. Wenn man das immer liest, kommt man ins Grübeln", gab die Team-Olympiasiegerin von Turin ungewohnte Einblicke in ihr Seelenleben. Dennoch habe sie aus der Kritik Mut geschöpft: "Ich kann selbstbewusst an die WM herangehen."

Für die WM hat die Lokalmatadorin die Messlatte selbst hoch gelegt. Falls sie in Berlin oder einen Monat später bei der Einzelstrecken-WM in Nagana/Japan keine Medaille holt, würde sie ihre Karriere beenden, hatte sie vor der Saison angekündigt. "Warten wir die Ergebnisse ab. Ich entscheide eh immer Schritt für Schritt", sagte Pechstein jetzt. Glücklich ist sie über die Rückkehr ihres Ex-Trainers Joachim Franke (67), der sie auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin noch einmal betreut: "Dann bin ich besonders motiviert."

Favoritinnen sind andere

Auf die Goldmedaille spekuliert Pechstein, die die Mehrkampf-WM im Jahr 2000 einmal gewinnen konnte und achtmal Platz zwei belegte, nicht: "Die Favoritin bin nicht ich, sondern die Niederländerin Ireen Wüst. Es kann auch sein, dass Martina Sablikova wieder eine Kohle raushaut", sagte Pechstein, die gegen die 20 Jahre alte Tschechin zuletzt stets den Kürzeren zog.

Neben Pechstein starten in Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) und den Berlinerinnen Katrin Mattscherodt und Lucille Opitz drei weitere deutsche Läuferinnen. Friesinger konzentriert sich in diesem Winter auf Kurzstrecken, Wolf kommt als Sprinterin für den Mehrkampf nicht in Frage. Insgesamt begeben sich 24 Frauen aus zwölf Nationen auf die vier Strecken über 500, 1 500, 3 000 und 5000m.

Nur zwei Starter bei den Herren

Bei den Herren konnten sich nur Tobias Schneider (Berlin) und Robert Lehmann (Erfurt) aus deutscher Sicht für das Saisonhighlight qualifizieren. Der 26 Jahre alte Lokalmatador Schneider will nach verpatztem Saisonstart in Folge eines Fahrradunfalls verlorenen Boden gutmachen. "Der siebte Platz bei der Mehrkampf-EM hat mir Mut gemacht. Einen Platz in den Top zehn traue ich mir zu", sagte Schneider. Klarer Favorit ist der niederländische Titelverteidiger Sven Kramer. Der Italiener Enrico Fabris und der US-Amerikaner Shani Davis stehen bereit, falls Kramer patzen sollte.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%