Eisschnelllauf WM
Pechstein: "Mein Ziel sind zwei Medaillen"

Claudia Pechstein hat im Interview mit dem sid erklärt, dass sie bei der WM in Salt Lake City zwei Medaillen anpeilt. Außerdem stellt die 35-Jährige klar, dass sie sich nicht zu alt, sondern top-fit fühle.

Im Interview mit dem Sport Informations Dienst (sid) hat Claudia Pechstein ihre ambitionierten Ziele für die Weltmeisterschaft in Salt Lake City definiert. Die 35-Jährige wehrt sich ebenfalls entschieden gegen Kritiker, die ihr zum Karriereende raten.

sid: "Frau Pechstein, Ihre alte Rivalin Anni Friesinger hat wegen einer Erkältung ihre Teilnahme am 1 500-m-Rennen abgesagt. Auch Sie haben in der Höhe häufig Probleme. Wie sieht es kurz vor Ihrem ersten WM-Start über 3 000 Meter aus?"

Claudia Pechstein: "Ich glaube, ich komme hier zurecht. Die Luft in Salt Lake City ist noch viel trockener als die in Calgary. Ich trinke sehr viel, selbstverständlich Wasser. Ich bin vorsichtig. Allein durch Infektionen habe ich einen Trainingsrückstand von 15 Einheiten."

sid: "Was sind Ihre Ziele in Salt Lake City?"

Pechstein: "Ich habe mich beim Weltcup-Finale in Calgary geärgert, dass ich im Langstrecken-Weltcup noch zurückgefallen bin. Aber wenn es hier gut läuft, dann ist das der Ausgleich. Mein Ziel sind zwei Medaillen, auch Gold habe ich noch lange nicht abgeschrieben."

sid: "Sie sind vor kurzem 35 Jahre alt geworden. Viele Kritiker meinen, Sie hätten längst zurücktreten sollen ..."

Pechstein: "Ich fühle mich nicht zu alt. Ich habe durch das Alter die Erfahrung, mich richtig einzuschätzen. Dies ist mein Saisonhöhepunkt, darauf ist alles aufgebaut."

sid: "Also ist das Karriereende noch nicht in Sicht?"

Pechstein: "Ich habe noch nie eine Saison ohne Probleme gehabt, mein Traum ist es, einmal gesund durchzukommen. Daher habe ich vor Jahren schon mal ans Aufhören gedacht. Aber jetzt nicht."

sid: "Wie erklären Sie sich, dass Sie nach mehr als 15 Jahren im Geschäft immer noch vorne mitlaufen?"

Pechstein: "Vielleicht, weil ich nie überpowere und meine Gesundheit nicht aufs Spiel setze. Ich hätte 1992 auch nicht gedacht, dass ich heute noch laufen würde. Ich habe damit gerechnet, dass uns der deutsche Nachwuchs einholt. Das hätte bedeutet, dass Daniela Anschütz, Anni Friesinger und ich schon lange weg wären. Aber der Verband macht viele Fehler in der Nachwuchsarbeit. Nachwuchsathleten werden vom Verband entmutigt. Viele Talente hören demotiviert auf, weil sie zu wenig unterstützt werden."

sid: "Und was passiert, wenn die Karriere doch mal zu Ende ist?"

Pechstein: "Ich bin zum Glück Beamtin auf Lebenszeit bei der Bundespolizei. Über meine berufliche Zukunft brauche ich mir daher keine Sorgen zu machen. Mein Vater wäre froh gewesen, wenn er Beamter gewesen wäre (Andreas Pechstein war nach der Wende häufiger arbeitslos, d.Red.). Ich kann mich zuhause gut entspannen. Zum Glück ist mein Mann Markus kein Leistungssportler, so dass wir auch über andere Themen reden können. Er nimmt mir auch vieles ab. Er kocht zum Beispiel. Er hält mir den Rücken frei. Nach der Saison spanne ich erst einmal aus und strecke alle Viere von mir."

© SID

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