Eisschnelllauf WM
Wolf nach Aufholjagd zum dritten Mal Weltmeisterin

Nach einer furiosen Aufholjagd hat Jenny Wolf bei der Einzelstrecken-WM in Richmond ihren dritten 500-m-Titel gewonnen. Die Berlinerin verwies Wang Beixing (China) auf Rang zwei.

Eissprinterin Jenny Wolf hat bei der Einzelstrecken-WM in Richmond nach einer Aufholjagd ihren dritten 500-m-Titel nacheinander geholt. Die Weltrekordlerin aus Berlin verwies ihre chinesische Erzrivalin Wang Beixing, die nach dem ersten von zwei Läufen noch klar geführt hatte, auf den Silberrang. Bronze ging an die Südkoreanerin Lee Sang-Hwa.

Wang (37,78+38,09) ging mit 25 Hundertstelsekunden Vorsprung in den zweiten Lauf, doch Wolf (38,03+37,72) setzte den nicht mehr für möglich geglaubten Konter und hatte am Ende 13 Hundertstel Vorsprung.

Wolf nach erstem Lauf hoffnungslos

Dabei hatte Wolf Gold schon nach dem ersten Lauf so gut wie abgehakt. "Ich hatte einen super Angang, aber die Kurven waren nicht optimal, zu vorsichtig. Wenn Wang noch mal so läuft, wird es schwierig. Silber zu sichern ist aber nicht mein Ding", sagte Wolf, die auf den ersten 100m in 10,19 Sekunden sogar schneller war als bei ihrem Weltrekord (10,21).

"Ihr fehlt der Saft auf den letzten 150 Metern, das wissen wir schon seit zwei Wochen. Und die Innenkurven sehen wieder ängstlich aus, keine Ahnung, warum", sagte Wolfs Trainer Thomas Schubert. Im zweiten Lauf strafte sie ihren Coach Lügen, ging volles Risiko und wurde belohnt.

Deutsches Frauen-Team verpasst Medaille

Das deutsche Frauen-Team hat unterdessen eine Medaille verpasst. Anni Friesinger (Inzell), Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) und Monique Angermüller (Berlin) mussten sich nach 3:05,81 Minuten und einem schweren Fehler von Angermüller, die die Orientierung verlor und schon nach fünf statt sechs Runden aufhörte zu laufen, mit Rang fünf begnügen. Die 25-Jährige hatte Claudia Pechstein ersetzt, die an der Seite von Friesinger und Anschütz-Thoms 2006 bei den Olympischen Spielen Team-Gold gewonnen hatte. Pechstein hat krankheitsbedingt die Saison bereits beendet. Gold holte Gastgeber Kanada (2:58,27) vor Titelverteidiger Niederlande (3:02,02) und Japan (3:04,06).

Männer-Team verpasst WM-Bronze deutlich

Das deutsche Männer-Team hat den Vorjahres-Coup nicht wiederholen können und den Bronzerang deutlich verfehlt. Robert Lehmann (Erfurt), Tobias Schneider (Berlin) und Marco Weber (Chemnitz) erreichten in 3:48,90 Minuten nur den enttäuschenden siebten und vorletzten Platz. Vor einem Jahr in Nagano hatte die deutsche Männer-Mannschaft mit Platz drei zum ersten Mal seit Jahren für positive Schlagzeilen gesorgt.

Zum vierten Mal in Folge Weltmeister wurden die Niederlande, die in 3:41,27 Minuten Schweden (3:45,73) und die USA (3:46,07) klar hinter sich ließ. Damit gingen alle Titel seit Einführung des Wettbewerbs an das Oranje-Team. Für Rekord-Weltmeister Sven Kramer war es bereits das zwölfte WM-Gold.

Lee Kang-Seok zum zweiten Mal 500-m-Weltmeister

Der südkoreanische Eissprinter Lee Kang-Seok ist zum zweiten Mal nach 2007 Weltmeister über 500m. Der 24-Jährige verwies nach zwei Läufen (34,80+34,93) seinen Landsmann Kyu-Hyuk Lee (34,90+35,02) und Fengtong Yu aus China (35,06+34,91) auf die Plätze zwei und drei. Deutsche Läufer hatten sich nicht für das WM-Finale qualifiziert.

© SID

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