Eisschnelllauf WM: Wüst dominiert Mehrkampf-WM, Friesinger Zweite

Eisschnelllauf WM
Wüst dominiert Mehrkampf-WM, Friesinger Zweite

Vor dem Schlusstag hat Ireen Wüst bei der Mehrkampf-WM in Heerenveen den Titel vor Augen. Die Niederländerin siegte am Samstag über 1500m und 3000m klar vor Anni Friesinger, die im Gesamtranking auf Platz zwei liegt.

Den Titel hat Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger bei der Mehrkampf-WM in Heerenveen im Duell mit der überragenden Niederländerin Ireen Wüst fast aus den Augen verloren. Nach ihrem Auftaktsieg über 500m am Freitag musste sich Friesinger am Samstag über 1500m und 3000m als Zweite jeweils klar ihrer erst 20 Jahre alten Konkurrentin geschlagen geben. Vor dem abschließenden 5 000-m-Rennen am Sonntag hat Wüst komfortable 11,77 Sekunden Vorsprung vor der 30-Jährigen.

Wüst zweimal mit Bahnrekord

Friesinger verlor unter den Augen von IOC-Präsident Jacques Rogge und 13 000 Zuschauern in der ausverkauften Thialf-Halle über 1500m in 1:55,90 Minuten und über 3000m 4:04,00 Minuten jeweils klar. Wüst unterbot zweimal den Bahnrekord (1:54,05, 4:00,28), den über 1500m zuvor noch Friesinger gehalten hatte.

"Ireen ist phantastisch gelaufen", sagte Friesinger, die als erste Läuferin seit Karin Enke im Jahr 1987 in einer Saison nach der Sprint-WM auch die Allround-WM gewinnen will. Die Chancen auf das Double sind nun auf ein Minimum gesunken.

Die Hoffnung auf ihren vierten WM-Titel in der Königsdisziplin Mehrkampf wollte sie aber nach dem 1 500-m-Lauf noch nicht aufgeben: "Es sind vier Rennen, entschieden ist nichts. Wir haben bei der EM in Klobenstein gesehen, dass auch vermeintlich sichere Siegerinnen noch verlieren können." Vor vier Wochen in Südtirol war Wüst mit einem 14-Sekunden-Polster ins abschließende 5 000-m-Rennen gegangen und musste sich am Ende doch noch der Tschechin Martina Sablikova geschlagen geben.

Pechstein erstmals ohne Medaillenchance

Derweil geht im Kufen-Mekka Heerenveen wohl eine einmalige Serie zu Ende. Die Berlinerin Claudia Pechstein liegt nach einem achten und einem sechsten Platz am Samstag im Zwischenklassement auf Rang acht und wird damit wohl erstmals seit zwölf Jahren bei der jährlich ausgetragenen Mehrkampf-WM keinen Podestplatz erreichen. "Daran denke ich im Moment nicht. Ich bin ja schon froh, dass ich über 1500m mal wieder Schlittschuh gelaufen bin und nicht so verkrampft war wie zuletzt", meinte die zuletzt formschwache 34-Jährige. Im Gesamtklassement liegt sie als Achte einen Rang hinter der Erfurterin Daniela Anschütz-Thoms.

Für Friesinger waren die Voraussetzungen vor dem 1 500-m-Rennen eigentlich günstig gewesen. Da Ex-Weltmeisterin Renate Groenewold am Samstagmorgen wegen eines grippalen Infekts aufgab, musste Wüst ihren 1 500-m-Lauf alleine bestreiten. Doch auch ohne "Zugpferd" nahm sie Friesinger, die im Duell zuvor Pechstein klar bezwungen hatte, allein auf der zweiten Runde eine Sekunde ab.

Heythausen rückt auf Rang 15 vor

Derweil lief bei den Herren der Grefrather Stefan Heythausen nach dem Sturz des Berliners Tobias Schneider im 500-m-Rennen am Samstag als "Einzelkämpfer" weiter. Der Grefrather konnte sich am Samstag über 1500m in guten 1:47,97 Minuten auf den 15. Platz verbessern. Schneider hatte bei seinem Sturz eine leichte Gehirnerschütterung und ein leichtes Schleudertrauma erlitten, hofft aber auf einen Einsatz am kommenden Wochenende beim Weltcup in Erfurt.

Derweil verteidigte Lokalmatador Sven Kramer in Heerenveen seine Führung vor dem letzten Rennen erfolgreich. Der Europameister wurde über 1500m zwar nur Sechster, rettete aber vor dem abschließenden 10 000-m-Rennen am Sonntag einen Vorsprung von 1,26 Sekunden auf den italienischen Doppel-Olympiasieger Enrico Fabris ins Ziel. Dritter im Gesamtklassement ist Kramers Landsmann Erben Wennemars, der die 1500m in Bahnrekordzeit von 1:45,19 Minuten gewann.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%