Eisschnelllauf WM
Wüst siegt - Opitz geht bei WM leer aus

Zum Auftakt der Einzelstrecken-WM in Salt Lake City ist das deutsche Team ohne Medaille geblieben. Beim Sieg der Niederländerin Ireen Wüst landete die einzige deutsche Starterin, Lucille Opitz, auf dem elften Platz.

Bei der Einzelstrecken-WM in Salt Lake City sind Deutschlands Eisschnellläuferinnen erstmals in der Geschichte über 1500m ohne Medaille geblieben. Beim Sieg von Mehrkampf-Weltmeisterin Ireen Wüst aus den Niederlanden ging in Abwesenheit von Anni Friesinger und den Langstrecken-Spezialistinnen Claudia Pechstein (Berlin) und Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt), die aus taktischen Gründen auf einen Start verzichteten, lediglich Lucille Opitz aus Berlin für die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) an den Start und wurde Elfte. Die Team-Olympiasiegerin erreichte in 1:58,21 Minuten das Ziel.

Wüst, die am vergangenen Wochenende der kranken Friesinger über deren Lieblingsstrecke in letzter Sekunde noch den Gesamtweltcup-Sieg weggeschnappt hatte, ließ der Konkurrenz auf dem Weg zu ihrem ersten Einzelstrecken-Gold nicht den Hauch einer Chance. Die 20 Jahre alte 3 000-m-Olympiasiegerin setzte sich in 1:52,71 Minuten durch und holte den 1 500-m-Titel zum ersten Mal seit 1996, als Annamarie Thomas gewann, wieder in die Niederlande.

Silber ging an die Kanadierin Cindy Klassen (1:53,40), die ihre Teamkollegin Kristina Groves (1:54,39) auf Platz drei verwies. Klassens Weltrekord (1:51,79) geriet bei schwierigen Bedingungen auf der schnellen Olympiabahn von 2002 nicht in Gefahr.

Neben dem deutschen Trio blieben zahlreiche weitere Läuferinnen, darunter auch Europameisterin Martina Sablikova (Tschechien), dem ersten WM-Rennen fern. "Daniela und Claudia könnten auf vier Distanzen an den Start gehen, aber das ist einfach nicht sinnvoll. Sie sollen sich auf diejenigen Strecken konzentrieren, auf denen sie die besten Erfolgsaussichten haben", sagte Desg-Teamleiter Helge Jasch. Dies sind die 3000m am Freitag, der Teamwettbewerb am Samstag und die 5000m am Sonntag. Friesinger hofft auf einen Start am Sonntag über die 1000m.

Kramer holt 5 000-m-Gold

Der Olympia-Zweite Sven Kramer hat erwartungsgemäß die Goldmedaille im 5 000-m-Rennen gewonnen, seinen zweiten Weltrekord innerhalb von fünf Tagen aber verpasst. Der 20 Jahre alte Mehrkampf-Weltmeister setzte sich in 6:10,70 Minuten vor Doppel-Olympiasieger Enrico Fabris (Italien/6:12,53) und seinem Landsmann Carl Verheijen (6:15,21) durch. Seinen am vorigen Sonntag Sonntag beim Weltcup-Finale in Calgary aufgestellten Weltrekord (6:07,48) verfehlte Kramer aber klar.

Die deutschen Läufer blieben hinter den Erwartungen zurück. Der Erfurter Robert Lehmann (6:25,98) belegte Platz zwölf, Marco Weber aus Chemnitz (6:30,18) erreichte den 16. Rang. Dem deutschen Meister Tobias Schneider (Berlin), der nur 23. wurde, geht zum Saisonende immer mehr die Luft aus.

Mit Kramers Sieg ging bei den zehnten Titelkämpfen auf der Einzelstrecke zum achten Mal das 5 000-m-Gold an einen Niederländer. Die beiden letzten WM-Titel auf dieser Strecke hatte 2005 in Inzell und 2004 in Seoul der in dieser Saison formschwache US-Amerikaner Chad Hedrick gewonnen. Der Titelverteidiger und Olympiasieger stürzte diesmal, lief dennoch weiter und wurde in 6:48,02 Minuten 24. und damit Letzter.

© SID

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