Eitel Sonnenschein beim DSV
Pfüller stellt Bundestrainern "Persilschein" aus

DSV-Sportchef Thomas Pfüller will den Verbleib seiner Bundestrainer im Bereich Nordisch nicht vom Erfolg bei den olympischen Spielen in Turin abhängig machen und seine "Goldschmiede" langfristig binden.

Beim Deutschen Skiverband (DSV) herrscht bereits vor den olympischen Winterspielen eitel Sonnenschein. DSV-Sportchef Thomas Pfüller hat besonders seinen Bundestrainern im Bereich Nordisch ein glänzendes Zeugnis ausgestellt und, unabhängig vom Ausgang in Turin, seinen "Goldschmieden" eine längere Zusammenarbeit in Aussicht gestellt: "Alle leisten gute und erfolgreiche Arbeit. Wir wollen bis 2010 mit allen Cheftrainern weitermachen", so der 55-Jährige gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (sid).

"Ändern nicht alle 14 Tage unser Personal"

Neben den goldverwöhnten Frank Ullrich, Uwe Müssiggang (Biathlon), Hermann Weinbuch (Kombination) und Jochen Behle (Skilanglauf) betrifft das auch den bislang im Vergleich weniger erfolgreichen Skisprung-Chefcoach Peter Rohwein. "Rohwein bleibt auch, wenn die Springer bei Olympia keine Medaille gewinnen sollten. Wir ändern nicht alle 14 Tage unser Personal", meinte Pfüller.

Rohwein würde seine Position sehr gern bis Vancouver 2010 behalten ("Ich bin kein Mann für kurzfristige Aktionen"), will aber das Ergebnis der Winterspiele und die im Frühjahr anstehende Auswertung im DSV abwarten. Ein noch größeres Fragezeichen steht hinter Jochen Behle, der von der Langlauf-Topnation Norwegen umworben wird. Zu dem Angebot aus Skandianvien gibt es vom Vater des deutschen Aufschwungs "keinen Kommentar".

Behle:" Ich weiß nocht nicht, wie es weitergeht

"Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Vom DSV hat bislang noch niemand mit mir geredet. Ich werde mir nach der Saison Zeit für die Entscheidung nehmen", sagt Behle. Immerhin hat er sich beim letzten Weltcup in Davos schon ein neues GPS-Satellitensystem besorgt, mit dem er die WM-Strecken von 2007 in Sapporo als Vorbereitung zentimetergenau einscannen kann.

Pfüller glaubt, dass Behle auch nach Olympia beim DSV bleibt: "Er wird sich das mit den Norwegern sehr gut überlegen. In Deutschland hat Jochen eine Mannschaft für die nächsten Jahre, mit denen er noch viele Erfolge feiern kann."

Mindestens genauso rosig ist die Lage bei den Biathlon-Damen, wo der seit der Wiedervereinigung amtierende Uwe Müssiggang als dienstältester Bundestrainer dennoch Bedingungen für seinen Verbleib stellt. "Vor allem hängt es davon ab, ob die Mädels mich noch wollen", sagt Müssiggang.

Außerdem will er weiterhin mit seinem Assistenten Harald Böse arbeiten, der wegen seiner 60 Jahre schon offen über einen Ausstieg nachgedacht hatte. Der nach kritischen Zeiten unumstrittene Biathlon-Herren-Chef Ullrich möchte gern die begonnene Verjüngung seiner Truppe fortsetzen. Auch Weinbuch will bleiben: "Vancouver 2010 ist doch ein tolles Ziel."

Pfüller will 15 Medaillen ansteuern

Trotz des "Persilscheins" für die Zukunft erwartet Pfüller bei den Winterspielen Erfolge von seinen Bundestrainern: "Deutschland will in der Medaillenwertung ganz vorn mitmischen, also sollte der DSV schon 15 Medaillen beisteuern. Aber ich bin sicher, dass die Bundestrainer unsere Sportler perfekt vorbereitet haben."

© SID

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