sonstige Sportarten
"Elefantenhochzeit" im deutschen Sport gefährdet

Der Zusammenschluss des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) mit dem Deutschen Sportbund (DSB) ist noch nicht in trockenen Tüchern. Eine Fusion bedürfe laut Gutachten nämlich der Einstimmigkeit beider Organisationen.

Die geplante Fusion von Nationalem Olympischen Komitee (NOK) und Deutschem Sportbund (DSB) zum Deutschen Olympischen Sportbund (Dosb) steht vor einem neuen Hindernis. Laut eines juristischen Gutachtens des Landessportbundes (LSB) Berlin muss das für den 10. Dezember geplante Votum des DSB-Bundestages und der NOK-Vollversammlung über die Auflösung und Verschmelzung beider Organisationen zwingend einstimmig sein, wenn das Ergebnis nicht durch anschließende Klagen zu Fall gebracht werden sollen.

"Aus dem Gutachten geht eindeutig hervor, dass eine Fusion, die mit einer erheblichen Zweckänderung einhergeht, nicht nur einer qualifizierten Mehrheit, sondern der Einstimmigkeit bedarf", erklärt Peter Hanisch, LSB-Präsident von Berlin. "Wir haben dieses Gutachten erstellen lassen, um die rechtlichen Grundlagen für diese wichtige Abstimmung exakt auszuloten. Wir dürfen nichts überhastet zusammenschustern lassen."

Bisher schreiben die Satzungen von DSB und NOK vor, dass der Weg zum Dosb geebnet ist, wenn im DSB-Bundestag und in der NOK-Vollversammlung drei Viertel der Mitglieder für die Fusion plädieren.

"Gutachten soll keine Keule sein"

Vehement weist Hanisch den Eindruck zurück, mit Hilfe des Gutachtens wollen sich die Lsbs ein Instrument basteln, um vor dem entscheidenden Votum ihre Position zu stärken und noch einmal Druck auszuüben und weitere Nachbesserungen durchzusetzen.

"Das Gutachten soll keine Keule sein. Es soll im Gegenteil alle davor bewahren, dass eine Klage gegen die Fusion anschließend große Aussichten auf Erfolg hätte", betonte Hanisch. "Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, als ob wir auf diese Weise die einheitliche Sportorganisation kaputtmachen wollen."

Erstellt wurde die Expertise vom Berliner Rechtsanwalt Joachim Börner, Mitglied im europäischen Arbeitskreis für Sportrecht und zugleich Rechtsbeistand des LSB Berlin. Sollte es am 10. Dezember die erforderliche Zustimmung für den Zusammeschluss bringen, ist die Gründung des Dosb für den 20. Mai 2006 vorgesehen.

© SID

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