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Englische Presse sicher: Mourinho gab Kommandos

Die englische Presse war sich einig: Chelseas gesperrter Trainer José Mourinho hat während des Champions-League-Spiels gegen Bayern München heimlich Kommandos an seinen Trainerstab gegeben und damit gegen Uefa-Auflagen verstoßen.

dpa LONDON. Die englische Presse war sich einig: Chelseas gesperrter Trainer José Mourinho hat während des Champions-League-Spiels gegen Bayern München heimlich Kommandos an seinen Trainerstab gegeben und damit gegen Uefa-Auflagen verstoßen.

Chelseas Fitness-Coach Rui Faria soll über einen "Knopf im Ohr" Anweisungen seines Chefs erhalten und diese per Zettel an die Co-Trainer Steve Clarke und Baltemar Brito weitergegeben haben. "Josés Hut-Trick", schrieb der "Daily Mirror", auch die "Sun" sprach von "schmutzigen Tricks" und titelte "Ear we go".

Die Fotoserien auf den Sport-Titelseiten der Boulevardzeitungen scheinen eindeutig: Faria, der sonst nie auf der Trainerbank sitzt, trägt trotz beinahe sommerlicher Temperaturen eine dicke Wollmütze, die er über beide Ohren gezogen hat. Immer wieder fummelt er mit der Hand am rechten Ohr unter seiner Mütze, so als wolle er dort einen kleinen Empfänger zurechtrücken. Dann schreibt er Notizen auf einen Zettel, den er Clarke weiterreicht.

Selbst die Europäische Fußball-Union (Uefa) wurde offenbar misstrauisch. In der zweiten Halbzeit kam plötzlich Pressesprecher Hans Hultman zur Chelsea-Bank und beobachtete fortan das Trainer-Gespann. Der vierte Referee Pieter Vink ermahnte in der 67. Minute "Mützen-Mann" Faria und Brito. Fortan stoppte die "Zettelwirtschaft".

Doch die englische Presse präsentierte weitere Indizien. Torwarttrainer Silvino Louro kam drei Mal von der Tribüne zur Trainerbank und übergab einen Zettel - jedes Mal wechselte Chelsea daraufhin einen Spieler aus. Beweise gibt es natürlich keine. Nach Informationen der "Sun" hat Mourinho, der für beide Bayern-Spiele gesperrt ist, die Begegnung im vereinseigenen Fitnessclub am Fernseher verfolgt. Dieser befindet sich gerade mal 50 Meter entfernt von der Westtribüne des Stadions an der Stamford Bridge.

Der englische Premier-League-Spitzenreiter bestritt Tricksereien. Und die Uefa will nicht ermitteln. Sprecher Fritz Ahlström, der zuerst noch sagte, man werde die Fernsehbilder studieren, erklärte dazu am Donnerstag: "Die Uefa hat keinerlei Zwischenfälle irgendwelcher Art zu berichten."

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