Er bleibt Mister Cool
Armstrongs Schweigen

Die UCI hat die Aberkennung der sieben Toursiege Lance Armstrongs bestätigt und damit besiegelt. Der Betroffene scheint derweil ungerührt vor den Trümmern seiner Karriere zu stehen - Geständnis ausgeschlossen.
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BerlinLance Armstrong ließ sich feiern. Scheinbar unberührt von der öffentlichen Demontage genoss der Texaner in Austin mit Freunden und Hollywood-Stars die Jubiläumsgala für seine Krebsstiftung „Livestrong“. Dabei dürfte ihm dort schon klar gewesen sein, dass am Montag der Radsport-Weltverband UCI in Genf das verheerende Urteil der US-Anti-Doping-Agentur USADA bestätigen würde. Alles andere als die Übernahme der lebenslangen Sperre gegen Armstrong und die Aberkennung der sieben Tour-de-France-Siege von 1999 bis 2005 wäre eine Sensation gewesen.

Die Indizienkette der USADA gegen den einstigen Rekordsieger und der öffentliche Druck auf die selbst höchst umstrittene UCI waren zu stark. Der „Weltrekord-Doper“ (New York Daily News) gab sich bei seinem ersten Auftritt nach der Veröffentlichung des für ihn verheerenden USADA-Dossiers wieder mal als „Mister Cool“ und verlor kein Wort über seine Vergangenheit als vermeintlicher Doper.

Die 1000-seitige Anklageschrift gegen Armstrong und seine Helfer hatte in der vergangenen Tagen heftige Erschütterungen ausgelöst: Der gestürzte Rad-Held verlor den Großteil seiner Finanziers, Ex-Fahrer gestanden Doping, Levi Leipheimer verlor seinen Job, der Großsponsor Rabobank zog sich zurück, und im australischen Verband wurde die Spitze der Funktionäre neu geordnet.

Das alles schein den gestrauchelten Armstrong nicht weiter zu belasten. Eine Beichte, wie sie USADA-Kronzeuge Tyler Hamilton erwartet, gilt weiter als ausgeschlossen. In einer Rede zur 15-jährigen Jubiläumsgala seiner Krebsstiftung „Livestrong“ am Freitagabend streifte Armstrong das Thema lediglich: „Das waren schwierige Wochen für mich, meine Familie, meine Freunde und die Stiftung.“

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„Schwarze Ära Armstrong“

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