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Erik Zabel jubelt über "ganz speziellen Tag"

Am Sonntag konnte Erik Zabel in seinem letzten Rennen für T-Mobile den Sieg beim Klassiker Paris-Tours einfahren. "Das war schon ein ganz spezieller Tag", äußerte sich der Radprofi anschließend.

Normalerweise lässt sich Erik Zabel im Ziel von seiner Frau Cordula herzen, als der Radprofi am Sonntag bei Paris-Tours den neunten Sieg seiner Karriere bei einem Radsport-Klassiker feierte, wartete die Angetraute aber nicht wie üblich auf ihn. "Für die Familie hatte ein anderer Termin Vorrang", bekannte der Sprintstar nach seinem letzten Auftritt in Magenta.

Sohn Rik (11) trat nämlich zeitgleich zum Saisonfinale beim Schülerrennen im westfälischen Werl an und wurde dort guter Vierter. "Seit Anfang des Jahres fährt er für den RSV Unna und hat viel Spaß dabei", erzählt der Vater und fügt gleich schmunzelnd hinzu: "Das Training nimmt er nicht so ernst. Das ist auch gut so. In dem Alter soll man es noch nicht übertreiben, und Hausaufgaben gehen vor."

Erik Zabel selbst denkt nicht daran, mit 35 Jahren etwas kürzer zu treten. "Ich bleibe im Training", sagt er: "Schließlich erwartet unser Sponsor, dass ich auch in der nächsten Saison gute Leistungen bringe." Nach zwölf Jahren bei Telekom und T-Mobile ist er bis 2008 das deutsche Aushängeschild für den neuen Milram-Rennstall, und er ist sich seiner Verantwortung bewusst.

Werde mir alle Mühe geben

"Ich werde mir alle Mühe geben", verspricht der gebürtige Berliner: "Der Nordmilch-Konzern ist eine Genossenschaft von Milchbauern, das sind ganz bodenständige Leute. Die wollen, dass ihre Produkte glaubwürdig und ehrlich vertreten werden. Ich bin jetzt nicht mehr Mitglied der größten Mannschaft der Welt, sondern Botschafter der größten Molkerei Deutschlands."

Für Zabel beginnt damit ein neues Kapitel: "Bei Milram herrschen andere Maßstäbe als bei Telekom, da wird man sich auch über einen zweiten oder dritten Platz sehr freuen." Was nicht heißt, dass der Triumph in Tours sein letzter gewesen sein soll: "Aber ich werde jetzt nicht große Sprüche klopfen, die mir dann ständig vorgehalten werden."

Erster Höhepunkt Mailand-San Remo

In Kürze wird er sich in Italien mit seinem neuen Teamgefährten Alessandro Petacchi und Teamchef Gianluigi Stanga treffen, um die Saisonplanung für 2006 zu besprechen. Erster Höhepunkt soll wie jedes Jahr Mailand-San Remo werden, das er viermal gewonnen hat, Petacchi 2005 zum ersten Mal: "Ich gehe davon aus, dass wir beide am Start sind, nicht als Konkurrenten, sondern als Kameraden, von denen der Bessere gewinnen soll."

Am Sonntag in Tours hat er bewiesen, dass er noch immer zur Weltklasse zählt: "Das war schon ein ganz spezieller Tag. Ich habe auf den letzten Metern gespürt, dass es etwas werden könnte. Sicher war ich mir aber erst auf dem Zielstrich." Anschließend hat ihm Teamchef Walter Godefroot das Sieger-Rad geschenkt: "Das empfand ich als sehr schöne Geste."

Die gesamte T-Mobile-Truppe mit allen Fahrern und Betreuern hat danach eineinhalb Stunden auf ihn gewartet ("Ich konnte zur Dopingprobe nicht gleich Wasser lassen"), um bei einer Runde Sekt Abschied zu nehmen: "Unser Fahrer hat mir versichert, dass der Bus für mich auch in Zukunft immer offen steht." Genauso gefreut hat Zabel der Anruf von T-Mobile-Chef Rene Obermann vor dem Start am Morgen: "Das ist ja nicht unbedingt normal, so ein Vorstand hat sicher auch andere Sorgen."

Er scheidet nicht im Zorn. Auch nicht von Godefroot-Nachfolger Olaf Ludwig, der für ihn keinen Platz bei der Tour de France mehr sah: "Wir werden uns sicher bald wieder einmal in aller Freundschaft bei Kaffee und Kuchen zusammensetzen." Wichtiger aber ist ihm der Blick voraus: "Ich bin gespannt, was ich von unserer italienischen Milram-Fraktion noch alles an neuen Impulsen erhalten kann."

© SID

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