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Erleichterung und Selbstkritik nach EM-Start

Erleichterung, Selbstkritik und gute Vorsätze - nach dem qualvollen EM-Auftaktsieg gegen Norwegen offenbarten die deutschen Fußball-Frauen die ganze Bandbreite ihrer Gefühlswelt.

dpa WARRINGTON. Erleichterung, Selbstkritik und gute Vorsätze - nach dem qualvollen EM-Auftaktsieg gegen Norwegen offenbarten die deutschen Fußball-Frauen die ganze Bandbreite ihrer Gefühlswelt.

"Wir sind schlecht aus den Startlöchern gekommen, aber wir haben die erste Hürde genommen", resümierte Steffi Jones. Die Abwehrchefin hakte den Stolperstart in die 9. Europameisterschaft mit dem sehr glücklichen 1:0-Sieg gegen Norwegen in Warrington unter der Rubrik "Standortbestimmung" schnell ab und versprühte schon wieder Zuversicht: "Jetzt wissen wir, wo wir stehen. Aber ich bin sicher, dass wir uns wie immer von Spiel zu Spiel steigern werden."

Schonungsloser fiel die Analyse von Renate Lingor aus, die den Titelverteidiger als Ersatz-Spielführerin für die noch verletzte Birgit Prinz aufs Feld geführt hatte. "Am Anfang sind wir rumgelaufen wie die aufgescheuchten Hühner", befand die Weltmeisterin, die gleichwohl von der Technischen Kommission der Europäischen Fußball-Union (Uefa) zum "Player of the Match" gekürt wurde. Die Auszeichnung war der Spielmacherin fast ein wenig peinlich, dennoch freute sie sich, weil "ich den Preis zum ersten Mal bekommen habe". Wichtiger sei jedoch der Mannschaftserfolg: "Man ist immer sehr nervös vor dem ersten Spiel, weil man unbedingt gut starten will."

Torhüterin Silke Rottenberg, die mehrfach mit guten Paraden ein Gegentor der robusten Norwegerinnen verhinderte, unterstrich die Erleichterung im DFB-Team. "Das erste Spiel ist immer das wichtigste. Die Anspannung war da, wir waren viel zu hektisch. Unter dem Strich zählt aber nur der Sieg. Den haben wir geschafft. Über alles andere müssen wir noch sprechen", sagte Rottenberg in Erwartung der Nachbereitung durch das Trainergespann. Und die fiel eindeutig aus. "Wir waren zu unruhig, haben den Gegner zu früh attackiert und ihm dadurch Räume geöffnet. Gleichzeitig haben wir viele Bälle verloren und nie zu unserem Kombinationsspiel gefunden", erklärte Tina Theune-Meyer. Die Cheftrainerin war "nur mit dem Ergebnis zufrieden", sah nach der kurzen EM-Vorbereitung (noch) Schwächen in allen Mannschaftsteilen: "Aber das wird sicher besser."

Siegtorschützin Conny Pohlers konnte sich immerhin über ein Lob freuen. "Das Tor zählt. Sie hat wieder ihre Qualitäten unter Beweis gestellt", sagte Theune-Meyer. Die Potsdamer Stürmerin hatte in der 61. Minute die etwa 100 deutschen Fans unter den 1 665 Zuschauern im Halliwell-Jones-Stadion mit einem satten Schrägschuss erlöst. Nach dem "Grottenkick" fordert sie eine deutliche Steigerung im nächsten Spiel am 9. Juni gegen Italien: "Wir müssen uns um 180 Grad drehen."

Ein Sieg gegen die Italienerinnen, die ihr Auftaktspiel gegen den EM-Geheimfavoriten Frankreich 1:3 verloren, könnte für den fünfmaligen Europameister bereits den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale bedeuten. Dann wäre schon vor dem Abschlussmatch der Gruppe B gegen die von Theune-Meyer hoch gelobten Französinnen der Druck weg. Die Hoffnungen ruhen angesichts des nicht gerade überzeugenden Angriffsduos Inka Grings/Anja Mittag nun noch mehr auf Toptorjägerin Birgit Prinz. Ihre Schonzeit nach auskurierter Oberschenkelzerrung ist vorbei. Theune-Meyer kündigte an: "Birgit ist wieder fit. Sie kann gegen Italien spielen."

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