Eröffnung der Allianz-Arena in München
Kolosseum des Fußballs

München braucht sich nicht länger hinter anderen deutschen Städten zu verstecken: Mit der Eröffnung der Allianz-Arena am kommenden Montag bekommt die bayerische Metropole eines der modernsten Fußballstadien der Welt. Deutschland macht damit einen weiteren großen Schritt auf dem Weg zur Weltmeisterschaft im kommenden Jahr.

HB MÜNCHEN. "Ich habe ja viel erlebt in den letzten 30 Jahren, aber das hier ist etwas ganz Besonderes", jubelte Ex-Bundestrainer Rudi Völler schon vergangene Woche bei einem Testspiel zweier Seniorenmannschaften in der Allianz-Arena. Auch Karl-Heinz Rummenigge vom Miteigentümer FC Bayern war begeistert vom ersten Eindruck: "Wir können stolz sein auf dieses Stadion."

» Grafik: Die Allianz-Arena im Überblick

340 Millionen Euro haben der FC Bayern und sein Rivale TSV 1860 für den Neubau im Münchener Norden ausgegeben. Weitere knapp 300 Millionen stecken die Stadt München, der Freistaat Bayern und der Bund in den Ausbau von Autobahnen, Zufahrtstraßen und U-Bahn. Das kommt nicht allein den beiden Münchener Clubs zugute. Der Staat sieht die Summe vor allem als Investition für die WM 2006, bei der München eine zentrale Rolle spielt. Deshalb wurden auch in anderen deutschen Städten neue Stadien gebaut oder alte kräftig modernisiert: Schalke, Hamburg, Berlin, Leipzig oder Frankfurt haben alle hochmoderne Fußballtempel bekommen.

Mit der Allianz-Arena findet nun auch München Anschluss an internationale Standards. Denn vor allem bei den Partien der wichtigen europäischen Champions-League platzte das Olympiastadion aus allen Nähten. Obwohl das Interesse der Sponsoren riesig war, konnten die Firmen ihre Gäste im Stadion selbst kaum bewirten.

Das ändert sich jetzt: Für eine der 106 Logen zahlen die Unternehmen aus der Region zwischen 90 000 und 240 000 Euro Miete im Jahr. Vom regionalen Sprudelabfüller Adelholzener über den amerikanischen Softwarekonzern Microsoft bis zur Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf haben sich Firmen aller Branchen und Größen eingekauft. Gleich mit vier Logen dabei ist der Namensgeber Allianz. Für den Versicherungskonzern hat sich das Sponsoring bislang vermutlich aber nicht gelohnt. Zu sehr haftet an dem Fußballstadion der Bestechungsskandal um Karl-Heinz Wildmoser jr. "Diesen Makel werden die nie wieder los", sagt ein am Bau Beteiligter hinter vorgehaltener Hand über die Affäre, wegen der ein Gericht Wildmoser jüngst zu viereinhalb Jahren Haft verurteilte. Die österreichische Baufirma Alpine soll millionenschwere Schmiergelder für Insiderinformationen bei der Auftragsvergabe an den damaligen Stadiongeschäftsführer bezahlt haben.

Seite 1:

Kolosseum des Fußballs

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%