„Erschütternde Wahrheit“
Killerproteine im amerikanischen Football

Der Lieblingssport der Amerikaner ist extrem gefährlich. American Football verursacht Gedächtnisschwund, Verhaltensauffälligkeiten und macht aggressiv. Ein Film mit Will Smith beschreibt, was Sportler und Fans verdrängen.

KölnWenn Dr. Bennet Omalu die Gehirne der Toten obduziert, hat er Kopfhörer im Ohr. Musik hilft ihm bei der Arbeit. Sein Handwerk ist seine Kunst. Als Mike Webster, der ehemalige Profi im amerikanischen Nationalsport American Football, mit gerade einmal 50 Jahren bei ihm auf dem Tisch liegt, erkennt der Pathologe ihn nicht.

Mit dem Football-Sport hat Dr. Omalu nichts zu tun, er kennt die Regeln nicht, schaut die Spiele nicht. Und das in dieser Stadt. Dabei sei American Football doch „so gottverdammt großartig“, sagt der Teamarzt (Arliss Howard) des wichtigsten Klubs dieser Stadt, der Pittsburgh Steelers.

Dr. Omalu, im gerade anlaufenden Kinofilm „Erschütternde Wahrheit“ gespielt von Will Smith, kann der Faszination und der Begeisterung, die die Athleten beim Publikum auslösen, wenig abgewinnen. Der nigerianischstämmige Gerichtsmediziner hat nicht vor, den Amerikanern die Lust an ihrer Lieblingssportart zu nehmen.

Im Gegenteil, er möchte von ihnen respektiert, anerkannt werden – aber ihm geht es vor allem um das Andenken an die Toten. Er will wissen, warum sie litten. Denn Webster (David Morse), früherer Superstar der nordamerikanischen Profiliga NFL, verwahrloste Sekundenkleber schniefend in einem Wohnwagen.

Seine „Super-Bowl“-Ringe, die Ehrung für den Gewinn der Meisterschaft, hatte er verkauft. TV-Teams und Reporter belagern die Straße vor der Gerichtsmedizin. Dr. Omalu ordnet teure Hirnscans an, die er aus eigener Tasche bezahlt. Er entdeckt Killerproteine, wie der Arzt sie nennt, die Websters Gehirn verstopft haben.

Die Erschütterungen, denen der Kopf eines Spielers beim Football ausgesetzt ist, verursachten ein Hirntrauma, an dessen Folgen der ehemalige Center der Steelers starb. Gedächtnisschwund, Verhaltensauffälligkeiten und Aggressivität plagen die betroffenen Ex-Profis.

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