Erstmals tritt auch ein deutsches Team beim America's Cup an
Ein wenig Größenwahn und viel Stil

VALENCIA. Wie ein gewaltiger, weißer Wal liegt die "Rising Sun" mit ihren 136 Meter Länge im Hafen Valencias. Natürlich ist sie die größte und teuerste Yacht der Welt. Denn sie gehört Software-Milliardär und Oracle- Eigner Larry Ellison. Der US-Amerikaner zeigt gern, was er hat. Die gewaltige Yacht ist ein sicheres Zeichen dafür, dass der America's Cup, die größte Segelschlacht der Welt, in Spanien angekommen ist.

Ellisons Team BMW Oracle, das 2003 im Finale der Herausforderer scheiterte, will den Cup 2007 gewinnen. "Einen Plan B gibt es nicht", sagt sein Skipper Chris Dickson. BMW Oracle steht ein geschätzter Etat von 150 Millionen Euro zur Verfügung, um das hoch technisierte Rennen für sich zu entscheiden.Die Autobauer aus Bayern sollen allein 40 Millionen Euro beigesteuert haben. Zum Vergleich: 1995 reichten den Neuseeländern noch 25 Millionen Euro zum Sieg.

Ein wenig Größenwahn plus Stil - das sind seit über 150 Jahren die Zutaten des Wettbewerbs, in dem es um eine alte Silberkanne geht. Das Schweizer Team Alinghi des Pharma-Milliardärs Ernesto Bertarelli will der in die Jahre gekommenen Kanne nun ein "modernes Gesicht" geben. Das kündigte das Team nach dem überragenden 5:0-Sieg gegen den zweimaligen Cup-Gewinner Neuseeland im Jahr 2003 an, der erste Sieg eines europäischen Teams überhaupt. Das Team Alinghi verpasste dem Wettbewerb ein aggressives Sport-Marketing, die Boote wurden ähnlicher und schneller gemacht, um damit die Chancengleichheit unter den Herausforderern zu erhöhen. Mit Valencia fand Alinghi ein Segelgebiet, das berechenbare Wetterbedingungen hat.

Das alles soll dem Zuschauer und Sport zugute kommen. Erstmals in der Cup-Geschichte werden auch Vorregatten ausgetragen. Wurden die so genannten Louis Vuitton Acts bis dato als Marketingmaßnahmen belächelt, bekommen sie mit den Acts 4 und 5, die ab morgen in Valencia starten, auch die notwendige sportliche Note. Denn ab sofort haben die Punkte Auswirkung auf die Setzliste des Louis Vuitton-Cups, der ab April 2007 den Herausforderer der Schweizer ermittelt.

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