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Esser verfehlt dritte Bronzemedaille nur knapp

Am dritten Tag der Leichtathletik-WM in Helsinki hat Hammerwerfer Markus Esser aus Leverkusen knapp die Bronzemedaille verfehlt. Unterdessen krönte sich die US-Amerikanerin Lauryn Williams zur 100-Meter-Weltmeisterin.

Hammerwerfer Markus Esser (Leverkusen) hat trotz ansprechender Leistung knapp die dritte Bronzemedaille für das DLV-Team bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki verpasst. 19 Zentimeter fehlten dem Schützling von Helge Zöllkau, der am Sonntag auf die vierte Speerwurf-Medaille der Olympiazweiten Steffi Nerius in Serie hofft, mit 79,16m am Edelmetall. "Im Vorfeld habe ich nie damit gerechnet, dass ich so weit vorne landen könnte. Wenn mir das jemand prophezeit hätte, hätte ich gesagt: Nie im Leben", meinte der 25 Jahre alte Olympia-Elfte.

Die großen Helden waren vor 25 000 Zuschauern in der verregneten Olympia-Arena von 1952 Lauryn Williams (USA), die in 10,93 Sekunden zur schnellsten Frau der Welt avancierte und Äthiopiens Ausnahmeläufer Kenenisa Bekele, der ein Jahr nach Olympia in 27:08,33 Minuten über 10.000m sein drittes großes Gold in Serie gewann. Im Hammerwerfen triumphierte nach einem Tanz am Rande des Abgrunds Weißrusslands Titelverteidiger Iwan Tichon mit 83,89m. Als erste Hindernis-Weltmeisterin ging Docus Inzikuru (Uganda) in 9:18,24 Minuten in die Geschichte ein und im Hochsprung thronte Kajsa Bergqvist (Schweden) mit 2,02m über allen.

Während Esser seine Bestleistung von exakt 80 Metern nur knapp verfehlte, enttäuschte Holger Klose (Saarbrücken) als 12. mit 74,41m. Ex-Weltmeister Karsten Kobs (Lanstrop/Dortmund) musste vergangene Woche seinen WM-Start absagen, weil er sich bei einem Trainingsunfall an der Schulter verletzt hatte. Mit Tichon und Landsmann Wadim Dewjatowski (82,60) wurde das weißrussische Duo seiner Favoritenrolle gerecht. Bronze entriss Polens Sydney-Olympiasieger Szymon Ziolkowski am Ende noch Markus Esser.

Williams düpiert die Favoritinnen

Die Olympia-Zweite Lauryn Williams überraschte die große Favoritin Christine Arron aus Frankreich in 10,93 Sekunden. Der Europarekordlerin, die sich in großen Interviews als die eigentliche Weltrekordlerin bezeichnet hatte, da sie alle anderen offenbar für gedopt hält, wurde nach der schnellsten Halbfinalzeit von 10,96 Sekunden ihrer Favoritenrolle nicht gerecht und bekam sogar nur Bronze (10,98). Silber ging an die Olympia-Dritte Veronica Campbell (Jamaika/10,95). Ohne Chance war Weißrusslands Überraschungs-Olympiasiegerin Julia Nesterenko.

Bekele, der zwei Tage nach dem Dreifach-Triumph der äthiopischen Frauen zusammen mit Landsmann Sileshi Sihine gegen den Ansturm des Kenianers Moses Mosop das Double schaffte, kündigte gleich nach dem Finale an, er werde nicht über 5000m starten, wo er auch den Weltrekord hält. Der 23-Jährige hatte am 4. Januar einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen, als seine Verlobte Alem Techale (17) nach einem gemeinsamen Trainingslauf in seinen Armen starb.

Bergqvist gewinnt Duell gegen Geheimfavoritin Howard

Kajsa Bergqvist, die ein Jahr nach der Achillessehnen-Operation und dem verpassten Olympia fast in alter Stärke zurückgekehrt war, gewann ein großes Duell mit der amerikanischen Geheimfavoritin Chaunte Howard (20), die zum dritten Mal in diesem Jahr zwei Meter meisterte. Bronze ging in Abwesenheit von Südafrikas Titelverteidigerin Hestrie Cloete und Russlands Olympiasiegerin Jelena Slesarenko an Emma Green (1,96), eine weitere Schwedin.

Als ihr Sieg schon feststand, scheiterte Bergqvist dreimal an der neuen Weltrekordhöhe von 2,10m. Die 18 Jahre alte Bestmarke von 2,09m hatte die Bulgarin Stefka Kostadinowa 1987 bei der WM in Rom aufgestellt.

Bei der WM-Premiere im Hindernislauf der Frauen, der nach Stabhochsprung, Dreisprung und Hammerwurf als letzte lange nur Männern vorbehaltene Disziplin ins Programm rückte, gab es Silber für die Russin Jekaterina Wolkowa und Bronze für Kenia durch Jeruto Kiptum. Deutschlands Leichtathleten waren auch hier nicht bei der WM vertreten.

© SID

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