Europas Handballvereine planen elitären Zirkel
Wandeln auf Profifußballs Spuren

Seit Jahren schon fordern die Handball-Vereine vom europäischen Verband EHF eine finanzielle Beteiligung, wenn die Klubs Spieler für die Europameisterschaften abstellen. Seit Mittwoch weiß die EHF, dass diese und andere Debatten bald eine neue Dynamik bekommen.

DÜSSELDORF. Der Manager des Bundesligisten SC Magdeburg, Bernd-Uwe Hildebrandt, weilte bei dem Verband in Wien und ließ durchblicken, dass die europäischen Spitzenklubs dem Modell des Profifußballs folgen und ihre Interessen zukünftig in einer „G 14“ des Handballs bündeln werden. „Auch das wird ein Thema sein“, sagte Hildebrandt vor dem Treffen und bestätigte die exklusiven Informationen des Handelsblatts: „Es muss endlich eine Organisation geben, in der sich die Spitzenvereine wiederfinden.“

Hildebrandt ist die treibende Kraft des Zusammenschlusses. Noch sind nicht alle Vereine, die zu den G 14 gehören sollen, in die Gespräche eingebunden. Doch den Zeitplan haben die großen Klubs bereits fixiert. Am 25./26. November soll sich der elitäre Zirkel nach dem Willen Hildebrands in Köln konstituieren – anlässlich der Klub-Europameisterschaft, die dann unter dem europäischen Champions Ciudad Real (Champions League), TBV Lemgo (EHF-Pokal), Medvedi Moskau (Pokalsiegerbewerb) und Gastgeber VfL Gummersbach in der Kölnarena ausgespielt wird. Bis dahin will Hildebrandt mit allen in Frage stehenden Klubs die Möglichkeiten einer gemeinsamen Interessenvertretung ausgelotet haben. Ein möglicher Geschäftsführer der Handball-G-14 scheint mit dem Hattinger Gerd Butzeck, einem international erfahrenen Handballexperten und langjährigen Funktionär, auch schon gefunden: „Das ist guter Kandidat“, sagt Hildebrandt. Butzeck informiert sich bereits seit geraumer Zeit intensiv über die Arbeit der in Brüssel ansässigen Fußball-G-14.

Nach Handelsblatt-Informationen sollen die beiden stärksten europäischen Handballnationen Deutschland und Spanien je vier Mannschaften stellen. Zum elitären Klub gehören außerdem Vereine aus Frankreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Russland und Dänemark.

Was die zukünftige G 14 will, ist klar: Mehr Geld und Mitspracherecht in elementaren Vermarktungsfragen. Dass etwa die EHF kürzlich die Vermarktungsrechte an der Champions League bis 2011 an den Sportrechtemakler Sportfive verkauft hat, ohne die europäischen Topklubs einzubinden, darüber hat sich nicht nur Hildebrandt echauffiert: „Das war eine Sauerei, dass das einfach so gemacht wurde, ohne die Vereine darüber zu informieren.“ Hatten viele der großen Klubs doch für die Champions League der kommenden Spielzeit bereits Verträge in sechsstelliger Höhe unter Dach und Fach, die nun plötzlich wieder in Frage stehen, wie Thorsten Storm erklärt. Auch deswegen unterstützt der Manager der SG Flensburg die Initiative Hildebrandts: „Das ist ein sehr wichtiges und nötiges Projekt, das ich mit vorantreiben werde.“

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