Eurosport profitiert
ZDF erwägt Regress gegen Tour-Organisator

Nach dem vorläufigen Stopp der Berichterstattung über die Tour de France behält sich das ZDF gegenüber dem Organisator Regressansprüche vor. Dieser widerum hat für den Ausstieg der beiden Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsender überhaupt kein Verständnis. Lediglich ein Akteur kann sich über die Entscheidung so richtig freuen.

HB FRANKFURT/MAIN. „Wir werden das Gespräch mit dem Veranstalter ASO suchen“, sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender der „Berliner Zeitung“. „Wir haben die Rechte an einer sauberen Sportveranstaltung erworben.“ Eine Ausstiegsklausel im Vertrag gebe es aber nicht.

ARD und ZDF hatten am Mittwoch die Berichterstattung über das berühmteste Radrennen der Welt gestoppt, nachdem ein neuer Dopingfall bekannt geworden war. Beim deutschen T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz war die A-Probe einer Trainingskontrolle vor der Tour positiv ausgefallen.

Mit ihrem sofortigen Ausstieg aus der Berichterstattung haben sich ARD und ZDF nicht überall Freunde gemacht. Patrice Clerc, Präsident der Tour-Organisation ASO, kritiserte das resolute Verhalten der beiden deutschen TV-Sender im Zuge des Falls Patrik Sinkewitz. „Es ist schon paradox. Es wird ein Rennen bestraft, obwohl es große Entschlossenheit im Kampf gegen Doping zeigt. Sollen wir lieber gar nicht kontrollieren und dann über ein sauberes Rennen sprechen? Viele Sportarten machen dies. Wir gehen einen anderen Weg", sagte Clerc.

Als Profiteur darf sich in jedem Fall der Fernsehsender Eurosport fühlen, der einen Quoten-Sprung hingelegt hat. Die 10. Etappe der „Großen Schleife“ verfolgten am Mittwoch durchschnittlich 931 000 Zuschauer (Marktanteil: 8,6 Prozent), in der Spitze sahen sogar 1,6 Millionen Radsportfans zu. Das war mehr als eine Verdreifachung der Einschaltquote, die zuvor im Schnitt 270 000 Zuschauer pro Etappe betragen hatte.

T-Mobile-Sprecher Stefan Wagner versuchte am Freitag, dem Tiefschlag für sein team etwas Positives abzugewinnen: Der Fall Sinkewitz zeige, dass die Kontrollen funktionierten, sagte Wagner dem Sender N24. Es sei „natürlich tragisch und unglücklich, wenn so ein Dopingfall wie der von Patrik Sinkewitz auftritt“. Aber es zeige auch, das System in Takt sei. „Und diejenigen, die es noch immer nicht gelernt haben, werden entdeckt. Und das ist die gute Nachricht.“

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