Exklusiv-Interview mit der "Eishockey-Legende"
Kühnhackl würde DEB sofort helfen

Der deutsche "Eishockeyspieler des Jahrhunderts", Erich Kühnhackl, könnte sich durchaus eine Führungsposition beim Deutschen Eishockeybund (DEB) vorstellen. Kühnhackl, der in seiner Karriere 724 Tore schoss und 211mal für die DEB-Auswahl stürmte, fordert vom Verband ein klares Nachwuchskonzept zu erarbeiten und dieses konsequent umzusetzen.

Handelsblatt.com: Wie haben sie die Spiele des DEB-Team gesehen und erlebt?

Kühnhackl: Ab letzte Woche Donnerstag war ich mit meinem Sohn Tom, der bereits leidenschaftlich wie ich Eishockey spielt, selber vor Ort in Wien. Wir haben uns einige Spiele angesehen und mein Sohn war von den vielen Eishockey-Topstars ganz begeistert. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch mit einigen deutschen Spielern und Trainer Greg Poss vor Ort geredet. Am Sonntag bin ich dann allerdings wieder mit meinem Sohn nach Hause gefahren, weil er ja in die Schule musste.

Was sollte jetzt nach der bitteren Niederlage gegen Dänemark und nach einem möglichen Abstieg passieren ?

Nun zunächst sollten wir mal schauen, dass wir das Schlimmste, den Abstieg, noch verhindern. Deshalb drücke ich heute Abend den Österreichern gegen die Slowenen die Daumen. Ab morgen sollte die Führungsriege des DEB dann die momentane Situation richtig und ehrlich versuchen zu analysieren. Die Schlüsse der Analyse sollten dann auch endlich einmal konsequent umgesetzt werden. Ich fordere, dass endlich etwas passiert und nicht nur immer über die Probleme des deutschen Eishockey debattiert wird. Die Probleme anpacken und lösen ist meine Devise! Wir alle wissen doch, wo die wahren Probleme des deutschen Eishockey liegen: Wir müssten wesentlich mehr Zeit und Geld in den Eishockey-Nachwuchs investieren. Um als junger deutscher Spieler bestehen zu können, müssen gute Vorraussetzungen geschaffen werden. Hierbei müssen alle, denen das deutsche Eishockey am Herzen liegt, wirklich helfen! Der DEB, die DEL, die Vereine und die Eishockey-Landesverbände. Die jungen deutschen Eishockey-Spieler im Alter von sechs bis sieben Jahren müssten bereits in ganz Deutschland eine gute Grundausbildung erhalten, um sich auch nachher im Senior-Bereich durchsetzen zu können. Denn wir können doch nicht allen Ernstes einfach fordern, dass mehr junge Spieler in der DEL und der 2.Bundesliga eingesetzt werden. An erste Stelle muss doch bitte die Leistung eines Spielers beurteilt werden. Wenn ein 35-Jähriger eben eine bessere Leistung als ein 19-Jähriger bringt, spielt eben der 35-Jährige. Das ist doch klar! Deshalb sage ich nochmals. Um als junger Spieler bestehen zu können, müssen von den Verantwortlichen gute Vorraussetzungen geschaffen werden.

Sie plädieren also eindeutig für eine bessere Nachwuchsförderung, um auf lange Sicht wieder international erfolgreich zu sein?

Ja, natürlich. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist doch das Aushängeschild der gesamten Sportart. Wenn sie erfolglos ist, hat das auch für das gesamte deutsche Eishockey gravierende Probleme. Die letzten Jahre, in denen Gott sei Dank immer mehr junge Spieler den Durchbruch in der DEL geschafft haben, hat sich ja bereits gezeigt, dass dadurch das Interesse der Deutschen an der DEL und ihren Heimatvereinen gestiegen ist. Die Finnen und die Schweizer machen uns doch vor, was man mit guter Nachwuchsarbeit erreichen kann. Beide stehen souverän im WM-Viertelfinale.

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