Expansion
Finanzinvestoren starten zweiten deutschen Ironman

Die Tage dürften gezählt sein, an denen die Mainmetropole Frankfurt als einzige deutsche Stadt einen echten Ironman zu bieten hat. Nach ihrer Übernahme durch den Finanzinvestor Providence plant die Maintaler Agentur XDream Sports & Events eine Expansion der Kultmarke in Europa – und hat dabei vor allem Deutschland im Visier.

KÖLN. „Der Triathlon-Sport wird weiter wachsen“, sagt XDream-Geschäftsführer Kurt Denk. Der Ironman mit seinem bekanntesten Wettbewerb auf Hawaii gilt als Königsdisziplin im Triathlon. Der 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und mehr als 42 Kilometer Laufen benötigen selbst die schnellsten Athleten rund achteinhalb Stunden. Den wichtigsten Ableger veranstaltet XDream in Frankfurt. Um die Marke Ironman nutzen zu können, zahlte die Agentur zuletzt einen sechsstelligen Betrag an den Weltverband World Triathlon Corporation (WTC).

Damit ist es jetzt vorbei – denn die WTC hat XDream im April gekauft. Hinter dem Verband steht das Private-Equity-Unternehmen Providence, dem auch Kabel Deutschland und die Warner Music Group gehören. Über die Kaufsumme herrscht Stillschweigen.

Denk und Mitgeschäftsführer Kai Walter dürfen den Markennamen Ironman jetzt nach Belieben verwenden. „Jetzt können wir selbst steuern und lenken“, sagt Denk. „Wir sind nun die offizielle Vertretung des Weltverbands in Europa.“ Der Kauf ist Teil der Strategie von Providence, die WTC zu einem eigenen Veranstalter von Ironman-Rennen aufzubauen, der nicht nur Lizenzen druckt. Deshalb nahm der Verband dem bisherigen Lizenznehmer North American Sports gleich ein paar Rennen in den US-Bundesstaaten Arizona und Florida ab und tritt nun selbst als Veranstalter auf.

Mit XDream ist die WTC nun auch in Europa angekommen: Deutschland ist der zweitwichtigste Markt weltweit und soll als Sprungbrett dienen, um in Europa weiter zu expandieren. Als Auflage durfte der deutsche Lizenznehmer bisher nur ein Rennen über die volle Distanz veranstalten – in Frankfurt. Mit der neuen Geschäftsgrundlage darf XDream einen zweiten Wettbewerb organisieren, bei dem die Teilnehmer – wie in Frankfurt – direkt Startplätze für den Ironman auf Hawaii ergattern können. „Entweder wir nutzen bestehende Rennen, aus denen dann ein Ironman wird, oder wir gründen ein neues“, sagt Denk. Drei Anfragen von kleineren Veranstaltern habe es bereits gegeben, zudem gebe es Interesse aus dem Raum München und Ingolstadt. Der Geschäftsführer hat bereits erste Gespräche geführt – einen geeigneten Kandidaten für seinen zweiten Ironman will er im Sommer präsentieren.

Pikant wäre ein Rennen im fränkischen Roth, das 2001 seinen Ironman-Status an Frankfurt abgegeben hatte. „Im Januar hätte ich noch gesagt: nie. Aber nichts ist unmöglich“, sagt Denk. „Wir werden sachlich schauen, ob ein neues Ironman-Rennen in Roth Sinn ergibt.“

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