Fachwelt staunt
Sportjahr 2008: Fabelzeiten in Peking

Fabel-Weltrekorde bei Olympia in Peking, ein 23- Jähriger als Formel-1-Weltmeister und eine „Bergtour“ ohne Gipfelsturm, aber auch immer wieder Doping: Das Sportjahr 2008 lieferte faszinierende Momente, doch die Schlagzeilen gehörten längst nicht nur den sauberen Athleten.

HB HAMBURG. Der Radsport schafft den vielbeschworenen Neubeginn einmal mehr nicht und versinkt als Folge der positiven Proben der Profis Stefan Schumacher und Bernhard Kohl tiefer denn je in Affären und Skandalen. Für den deutschen Fußball erfüllt sich die Hoffnung auf den vierten EM-Titel nicht. Mit insgesamt 43 Weltrekorden werden die Olympischen Spiele zu einem Festival der Superlative. Vor allem zwei Sportler prägen das Spektakel, um das es wegen Chinas Tibet-Politik im Vorfeld heftige Diskussionen gibt: Michael Phelps und Usain Bolt.


Achtmal klettert Phelps im „Wasserwürfel“ der chinesischen Hauptstadt auf den Startblock, achtmal schlägt der Schwimmstar als Erster an und nur einmal bleibt seine Zeit über dem bestehenden Weltrekord. Damit ist die olympische Bestmarke von Mark Spitz von 1972 in München mit siebenmal Gold ausgelöscht. „Er ist nicht von einem anderen Planeten, er ist aus der Zukunft. Sein Vater hat ihn gezeugt und dabei eine Zeitmaschine produziert“, sagt der britische Coach Simon Burnett über den US-amerikanischen Ausnahme-Athleten.

Mit drei Sprint-Weltrekorden im „Vogelnest“ versetzt Bolt die Fachwelt ins Staunen. Der Jamaikaner siegt über 100 Meter in 9,69 Sekunden, obwohl er schon vor dem Ziel die Arme zum Jubel ausbreitet. 19,30 Sekunden über 200 Meter und 37,10 Sekunden mit der vier x 100 Meter-Staffel seines Landes sind weitere Fabel-Bestmarken, die seit Peking die Rekordbücher zieren. Nicht davonlaufen kann Bolt dem Zweifel, ob seine Leistungen natürlichen Ursprungs sind. Gilt doch das Doping-Kontrollsystem in den Karibik-Staaten als wenig verlässlich. Bei mehr als 5000 Kontrollen in Peking werden insgesamt nur acht Athleten als Dopingsünder ertappt, weitere können nach Aussage von IOC-Präsident Jacques Rogge bei Nachkontrollen folgen.

Weil er sein Pferd Cöster mit dem verbotenen Mittel Capsaicin behandelt hat, gerät Springreiter Christian Ahlmann ins Zwielicht. Der Dopingfall in Hongkong trübt die ansonsten gute Bilanz der deutschen Mannschaft, die mit 16 Mal Gold, zehn Mal Silber und 15 Mal Bronze Rang fünf der Nationenwertung belegt. Schwimmerin Britta Steffen und Vielseitigkeitsreiter Hinrich Romeike werden als Doppel- Olympiasieger gefeiert. Besonderes Aufsehen auch bei den Chinesen erregt Gewichtheber Matthias Steiner, der bei der Siegerehrung unter Tränen ein Foto seiner tödlich verunglückten Frau in Händen hält.

Seite 1:

Sportjahr 2008: Fabelzeiten in Peking

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%