sonstige Sportarten
Fans hoffen in Helsinki auf Überraschungen

Obwohl zahlreiche Olympiasieger aus verschiedensten Gründen absagen mussten, erwarten die Fans bei den heute beginnenden 10. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki spannende Titelkämpfe.

Knapp ein Jahr nach den Olympischen Spielen in Athen richten sich ab dem heutigen Samstag wieder alle Augen auf die Leichtathletik und ihre verheißungsvollen Talente. Die deutschen Fans erwarten bei den 10. Weltmeisterschaften in Helskinki (6. bis 14. August) Wiedergutmachung für die Schmach bei der WM von Paris 2003 und dem historischen Olympia-Fehlschlag von Athen 2004. Nach zwei sieglosen Medaillenschlachten gibt es im Olympiastadion von 1952 jedoch auch diesmal kaum Aussicht auf Gold und wenig Chancen auf mehr als drei Medaillen.

Eine Rekord-WM wird es 22 Jahre nach der WM-Premiere in Helsinki 1983 (1 572 Athleten aus 153 Nationen) nicht geben. Denn seit Tagen steht fest, dass für den Wettstreit um 47 Titel (erstmals auch 3000m Hindernis Frauen) im Gegensatz zu Athen 1997 (höchste Zahl an Teilnehmern mit 1 882) und Sevilla 1999 (Rekord mit 201 Nationen) nur 1 893 Athleten aus 196 Ländern gemeldet sind. Denn erfahrungsgemäß treten über 100 am Ende nicht an. 2003 in Paris waren 198 der 209 Mitgliedsländer des Leichtathletik-Weltverbandes Iaaf mit 1 679 Athleten am Start, obwohl über 1 800 gemeldet waren.

WM-Teilnehmer werden von Polizei und Militär bewacht

Zwölf der 54 deutschen Starter zogen am Mittwoch ins Athletendorf Otaniemi ein, das schon 1952 die Olympiateilnehmer beherbergte. Die mit Betreuern rund 3 000 WM-Teilnehmer werden von Polizei und Militär scharf bewacht. Schon beim Einzug ins Dorf werden 350 der rund 900 Dopingkontrollen vorgenommen - doppelt so viele wie 2003, im Schnitt wird jeder Zweite getestet. Auch Konsequenz der drei überführten Olympiasieger von Athen .

Die Sieger und Finalisten der 28,5 Mill. Dollar teuren Titelkämpfe im fast ausverkauften Olympiastadion, das wie bei der WM 1983 über 400 000 Zuschauer sehen wird, dürfen sich auf 7,336 Mill. Dollar an Prämien durch den Weltverband freuen, der in Einzeldisziplinen 60 000 Dollar für Gold, 30 000 für Silber und 20 000 für Bronze ausschüttet. Je 100 000 Dollar geben die Sponsoren Toyota (Frauen) und TDK (Männer) für Weltrekorde. Die meisten Siege werden wohl ähnlich wie zuletzt in Paris die USA (10) und Russland (6) erringen.

Zahlreiche Olympiasieger müssen verletzt passen

Während die Doppel-Olympiasieger Hicham El Guerrouj (Marokko/1 500/5000m) und Kelli Holmes (Großbritannien/800/1500m) ebenso absagten wie der gestürzte Weltstar Marion Jones (USA), Jamaikas neuer 100-m-Weltrekordler Asafa Powell und ein halbes Dutzend verletzter Olympiasieger und Weltmeister, sind Russlands 5-m-Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa, Schwedens Siebenkampf-Ass Carolina Klüft und Äthiopiens neuer Langstrecken-Held Kenenisa Bekele vor dem Auftakt die Stars von Helsinki. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) stellt zwei Jahre nach der Pleite von Paris (einmal Silber, dreimal Bronze durch 65 Athleten) mit 52 Teilnehmern das kleinste WM-Team aller Zeiten.

"Ich glaube, unser Team kann ähnlich wie bei der Hallen-EM im März in Madrid und beim Europacupsieg unserer Männer im Juni in Florenz zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind Richtung Olympia 2008 in Peking und WM 2009 in Berlin", sagt Jürgen Mallow, seit November Leitender DLV-Cheftrainer. Doch er räumt ein: "Ob wir mehr Medaillen gewinnen als zuletzt, bleibt abzuwarten. In einigen Disziplinen sieht es noch dramatisch aus. Die Misere ist nicht in einem Jahr zu beheben. Aber unser Ziel bleibt ein gutes Mannschaftsergebnis."

Die größten Hoffnungen im DLV-Team ruhen auf zwei Frauen, die 2004 bei Olympia für die einzigen Medaillen (jeweils Silber) sorgten: Die Weltranglisten-Dritte Steffi Nerius (Leverkusen/Speer) sagt: "Ich kämpfe um Gold." Nadine Kleinert (Magdeburg) hofft ähnlich wie Aufsteigerin Petra Lammert (Stuttgart) im Kugelstoßring auf Edelmetall. Neben Riedel und Dietzsch scheint auch Kugelstoßer Ralf Bartels (Neubrandenburg) nach vier 21-m-Resultaten fast schon stark genug für Edelmetall. Und Tobias Unger (Kornwestheim) könnte nach seinem Rekordsprint von 20,20 Sekunden über 200m in Medaillennähe landen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%