Favoritenrolle
DSV-Team hofft auf goldenes Wochenende zum Auftakt

Zum Auftaktwochenende erhofft sich die deutsche Mannschaft gleich zu Beginn der XX. Olympischen Spiele einen Medaillenregen. Angerer, Pechstein, Friesinger und Groß gelten sogar als Goldfavoriten.

Das deutsche Team will gleich am ersten Wochenende der XX. Olympischen Spiele seiner Favoritenrolle in der Nationenwertung gerecht werden und acht Medaillen gewinnen. Aussichtsreichste Kandidaten sind neben den Biathleten um Ricco Groß vor allem die Eisschnellläuferinnen Anni Friesinger und Claudia Pechstein. Beim 30-km-Jagdrennen geht Langlauf-Ass Tobias Angerer als Topfavorit an den Start. In Pragelato wollen die Nordischen Kombinierer Ronny Ackermann und Björn Kircheisen den Finnen Hannu Manninen bezwingen und Edelmetal holen.

Bach trotz Rückschlägen optimistisch

Deutschlands erster "Olympiasieger" von Turin gab sich vor der Eröffnungsfeier trotz zahlreicher Negativmeldungen für das deutsche Team optimistisch. "Ich denke, die Mannschaft wird sich dadurch nicht beeindrucken lassen. Jeder hat jetzt schon den Tunnelblick, das kenne ich aus meiner eigenen Zeit als Sportler", meinte der am Freitag erneut zum Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählte Thomas Bach nach der fünftägigen Schutzsperre für Skilangläuferin Evi Sachenbacher-Stehle (zu hoher Hämoglobinwert), dem Olympia-Aus für Eisschnellläufer Christian Breuer (Rückenverletzung), Eishockey-Star Jochen Hecht (Knieverletzung) und Skilangläufer Axel Teichmann (Beinoperation).

In der ersten Olympia-Entscheidung greift Ricco Groß, mit dreimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze erfolgreichster deutscher Athlet in der Geschichte der Winterspiele, nach seiner achten Medaille. Ehefrau Katrin und seine drei Jungs werden an der Strecke mitfiebern, wenn der Ruhpoldinger bei seinen fünften Spielen auf seiner Lieblingsdistanz über 20 km zusammen mit Michael Greis, Sven Fischer und Michael Rösch nach Edelmetall zielt. Der 35-Jährige ist der beste Schütze im Team, zuletzt brachte er im Weltcup alle 40 Schüsse auf die Scheibe.

Deutsche Kombinierer jagen Manninen

Ebenfalls am Samstag jagt das deutsche Kombinierer-Duo den finnischen Favoriten Hannu Manninen. Zuletzt rückte Björn Kircheisen als Geheimfavorit in den Blickpunkt. Selbstbewusst meinte der 22-Jährige: "Jetzt mache ich mir mal überhaupt keinen Kopf. Ich weiß, dass ich sehr gut drauf bin." Neben ihm, Ronny Ackermann und Georg Hettich sicherte sich am Freitag Routinier Sebastian Haseney den vierten Startplatz.

Doppel-Weltmeister Ackermann grummelte dagegen nach nur mittelprächtigem Abschlusstraining: "Ich war in der Anfahrt wieder viel zu langsam." Dennoch sagt Deutschlands Sportler des Jahres 2005: "Ich weiß, dass ich Manninen auf der Laufstrecke schlagen kann. Das habe ich in diesem Winter schon dreimal bewiesen."

Friesinger und Pechstein kämpfen um Gold

Am Sonntag müssen Anni Friesinger und Claudia Pechstein beim Griff nach den Medaillen vor allem Kanadas Weltrekordlerin Cindy Klassen fürchten. Die Inzellerin trainierte am Freitag noch auf dem Ergometer, versprühte Optimismus: "Hier ist alles in Ordnung. Wir haben eine perfekte Eisbahn."

Dagegen stand Claudia Pechstein, erfolgreichste Deutsche in der Geschichte der Winterspiele (4 Gold, 1 Silber, zwei Bronze) wieder auf dem Eis und wirkte weiter locker und gelöst. "Ich glaube aber, dass mit der Eröffnungsfeier auch bei mir das olympische Fieber ansteigen wird", meinte die Berlinerin.

Tobias Angerer, Spitzenreiter im Gesamt-Weltcup, befindet sich vor dem 30-km-Rennen, seiner Lieblingsdisziplin, in bester Verfassung. "Ich mag die Strecke. Jetzt müssen wir nur noch den perfekten Ski finden", sagte der 28-Jährige, der nach seinen beiden Siegen in den Jagdrennen der Saison als Favorit gilt.

Hackl will es "richtig krachen Lassen"

Georg Hackl will es zum Karrierenende noch einmal "richtig krachen lassen." Am Samstag absolviert der dreimalige Olympiasieger seine beiden ersten Durchgänge, am Sonntag möchte er bei seinen sechsten Spielen die sechste Medaille empfangen. "Eine Portion Glück gehört schon dazu, man muss den oberen Teil richtig erwischen. Dort verzeiht die Bahn keine Fehler", sagt der körperlich offenbar wieder topfitte Berchtesgadener vor dem Duell mit dem Südtiroler Weltmeister Armin Zöggeler und dem Russen Albert Demtschenko.

Vier Jahre nach seinem Sensations-Bronze von Salt Lake City steht der Dresdener Jens Boden im 5 000-m-Eissschnelllauf erneut auf keiner Rechnung - ähnlich wie die deutschen Skispringer. Dafür könnte Snowboarder Jan Michaelis (München) diesmal in der Halfpipe überraschen. Nicht vertreten ist Deutschland in der Herren-Abfahrt, am Sonntag einer der Olympia-Höhepunkte.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%