Fechten EM
Deutsche Fecht-Teams verfehlen Podestplätze

Die deutschen Florett-Damen und Säbel-Herren haben bei der Fecht-EM in Kiew im Teamwettbewerb mit einem sechsten bzw. achten Platz die Medaillenränge klar verfehlt.

Die Säbel-Fechter verpassten einen möglichen Überraschungs-Coup, das für Olympia qualifizierte Florett-Team hat sich mit dem frühen Aus paradoxerweise eine bessere Ausgangsposition für Peking verschafft: Am vierten Tag der Europameisterschaften blieben die Athleten des Deutschen Fechter-Bundes (Dfeb) nach Niederlagen jeweils gegen die späteren Silber-Medaillengewinner Frankreich und Ungarn ohne Edelmetall, doch die Trauer darüber hielt sich vor allem bei den Florett-Frauen in Grenzen.

"Es ist natürlich schade, dass es nicht zu einer Medaille gereicht hat. Andererseits hätten wir bei Olympia sonst gegen Italien antreten müssen. Das wäre schwieriger geworden", sagte Carolin Golubytskyi, die im Einzel am Samstag Bronze gewonnen hatte und nun mit ihren Teamkolleginnen Katja Wächter, Anja Schache und Melanie Wolgast (alle Tauberbischofsheim) Platz sechs belegte. Den Titel sicherte sich Russland durch ein 31:30 gegen Ungarn.

Florett-Damen umgehen bei Olympia Italien

Statt auf Italien, gegen das das deutsche Quartett die Entscheidung um Platz fünf 14:21 verlor, wird das einzige für Olympia qualifizierte Team des Dfeb in Peking nun auf den Vize-Europameister treffen. Gegen den kommenden Gegner bei den Olympischen Spielen hatten die deutschen Frauen im Viertelfinale eine 20:21-Niederlage im "Sudden Death" einstecken müssen und sich damit aller Medaillenchancen beraubt. Absichtlich verloren, um bei Olympia den vermeintlich leichteren Gegner zu bekommen, hatte das Team aber nicht. Dafür war das Gefecht gegen die Ungarinnen viel zu dramatisch.

Nicht in Peking dabei sein werden abgesehen vom EM-Dritten Nicolas Limbach (Dormagen) im Einzel die deutschen Säbel-Fechter. Beinahe wäre dem jungen Team mit Benedikt Beisheim, Max Hartung (beide Dormagen), Björn Hübner und Johannes Klebes (beide Tauberbischofsheim) in Kiew ein Überraschungs-Coup geglückt. Doch im Viertelfinale gegen die erfahrenen Franzosen scheiterte das ohne Limbach angetretene Team 43:45 und belegte am Ende Platz acht. Russland gewann durch ein 45:29 gegen Frankreich auch den zweiten Titel des Tages.

Der 22 Jahre alte Weltranglistenerste hatte wegen der Olympia-Vorbereitung auf die Mannschaftsausscheidung verzichtet und war mit seiner Bronzemedaille aus dem Einzel im Gepäck direkt wieder in die Heimat gereist. Dennoch stand die Mannschaft gegen den haushohen Favoriten Frankreich kurz vor dem Halbfinaleinzug, gab eine zwischenzeitliche Zehn-Treffer-Führung dann aber noch aus der Hand.

"Dieses Team kann eine goldene Zukunft haben"

"Die Mannschaft hat sich sehr gut verkauft. Wir hatten eine gute Chance auf eine Medaille. Leider hat es nicht ganz gereicht", sagte Bundestrainer Joachim Rieg nach der Niederlage gegen die Franzosen. Dass seine junge Mannschaft überhaupt in die Reichweite von Edelmetall gekommen war, lässt Rieg für die Zukunft hoffen: "Es kommen noch andere große Turniere, bei denen wir glänzen können. Dieses Team kann eine goldene Zukunft haben." Sein Blick geht bereits Richtung Olympia 2012 in London. "Dann sind die Jungs im besten Alter", sagte Rieg.

Über den Haufen geworfen werden könnten die großen Pläne für die Olympischen Spiele auf der Insel allerdings durch die Rotation der olympischen Waffen. In Peking müssen die Teams der Degen-Frauen und Florett-Männer pausieren, in London droht dieses Schicksal den Säbel-Herren und Florett-Frauen. Eine Entscheidung darüber wird aber erst in den kommenden Jahren fallen.

© SID

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