Fechten EM
Deutsche Fechter enttäuschen in Kiew

Dem erfolgreichen Auftakt der deutschen Olympia-Starter bei der Fecht-EM folgte ein deprimierender Sonntag. Britta Heidemann und Imke Duplitzer schieden knapp im Achtelfinale aus.

Nach dem erfolgreichen Auftakt der deutschen Olympia-Starter bei den Fecht-Europameisterschaften in Kiew mit zwei Bronzemedaillen am Samstag für Nicolas Limbach und Carolin Golubytskyi folgte am Sonntag ein herber Rückschlag.

Die beiden Degen-Fechterinnen Britta Heidemann und Imke Duplitzer schieden jeweils knapp im Achtelfinale aus und belegten die Plätze elf und 10. Ein regelrechtes Debakel erlebten die beiden Florett-Asse Peter Joppich und Benjamin Kleibrink, die nicht über die Plätze 42 und 30 hinaus kamen. Der Degen-Titel ging durch ein 15:10 gegen Ana Branza (Rumänien) an die Ungarin Adrienn Hormay. Mit dem Florett setzte sich der Italiener Andrea Cassara 15:9 gegen Laurence Halsted (Großbritannien) durch.

"Das darf es in einem Monat nicht geben", sagte die Leverkusenerin Heidemann selbstkritisch, nachdem sie im Achtelfinale 9:10 nach "Sudden Death" gegen Noam Mills (Israel) verloren hatte. Die Weltmeisterin hatte das Duell im Griff, ließ dann aber die Konzentration im Glauben des sicheren Sieges schleifen und wurde prompt bestraft. "Das ist natürlich kein schönes Abschlussgefecht vor Olympia", sagte die Weltranglisten-Erste, die in ihrer zweiten Heimat Peking zu den Topfavoriten zählt.

Duplitzer (Bonn) schied nach einem 14:15 gegen die Ungarin Adrienn Hormay ebenfalls im Achtelfinale aus. Einzig die nicht für nicht für Olympia qualifizierte Marijana Markovic aus Leverkusen überraschte als beste Deutsche mit Platz 5. Im Viertelfinale unterlag sie der Italienerin Bianca del Carretto 11:15 und verpasste dadurch die dritte Medaille für den Deutschen Fechter-Bund (Dfeb) in der laufenden EM. Monika Sozanska (Heidenheim) kam auf Rang 44.

Joppich und Kleibrink verpatzen Kaltstart

Ganz bescheiden war dagegen die Stippvisite in der ukrainischen Hauptstadt für Joppich (Koblenz) und Kleibrink (Bonn) ausgefallen. "So, wie das gelaufen ist, hätten wir uns das auch schenken können", sagte Kleibrink, der nun in der Weltrangliste seinen vierten Platz einbüßen und damit in der olympischen Setzliste auf fünf oder sechs eingestuft werden dürfte.

Gegen den Weltranglisten-Ersten Andrea Baldini (Italien) war der 22-Jährige 5:6 im "Sudden Death" in der Runde der letzten 32 gescheitert. Der dreimalige Weltmeister Joppich war bereits eine Runde früher ausgeschieden. Seit einigen Wochen hatten die beiden im Konditionstraining keine Waffe in der Hand, der Kaltstart bei der EM ging gründlich daneben.

Florett-Bundestrainer Uli Schreck hatte sich bereits im Vorfeld über den ungünstigen EM-Termin kurz vor Olympia geärgert, nun erwog er sogar, künftig auf einen Turnierstart in wichtigen Vorbereitungsphasen zu verzichten. "Wir haben uns zur Teilnahme entschieden. Das ist nach hinten losgegangen und wir haben Schiffbruch erlitten", sagte Schreck.

Der Samstag war dagegen nahezu perfekt gelaufen. Zum ganz großen Glück fehlten dem Dormagener Säbel-Spezialisten Limbach und der Florett-Fechterin Golubytskyi (Tauberbischofsheim) zwar die Titelgewinne, dennoch hatten beide Olympia-Starter mit zweimal Bronze einen durchaus beachtlichen Erfolg gefeiert. "Wenn man bedenkt, dass ich in der Olympia-Vorbereitung gerade in die Regeneration gegangen bin, ist das Ergebnis eigentlich sensationell", sagte der 22 Jahre alte Weltranglisten-Erste Limbach.

Allen Grund zur Freunde hatte auch Golubytskyi. Gemeinsam mit dem Stabhochsprung-Weltrekordler und ukrainischen Sporthelden Sergej Bubka waren sie und ihr aus Kiew stammender Ehemann und Trainer Sergej von Frankfurt aus in die Ukraine geflogen. Nach dem größten Einzelerfolg ihrer Karriere verneigte sich sogar Bubka vor Sergej und Carolin Golubytskyi.

"Ich werde meinem Mann die Medaille schenken, weil ich ihm sehr viel zu verdanken habe", kündigte die 22-Jährige an. Wie Limbach hofft nun auch Golubytskyi nach dem Erfolg in China auf Edelmetall. "Eine Medaille bei Olympia zu gewinnen, ist mein Traum. Und ich habe ja eine doppelte Chance", sagte die Junioren-Europameisterin von 2004. Gemeinsam mit Katja Wächter und Anja Schache (beide Tauberbischofsheim), die bei der EM die Plätze 14 und 18 belegten, werden sie in Peking als einzige nicht nur im Einzel, sondern auch im Team-Wettbewerb antreten.

© SID

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