Fechten EM
Deutscher Fechter-Bund zieht positive EM-Bilanz

Obwohl am letzten EM-Tag in Kiew keine Medaille mehr errungen wurde, ist der Deutsche Fechter-Bund mit den Ergebnissen zufrieden. Nun blickt man positiv gestimmt auf Olympia.

Zweimal Silber und zweimal Bronze, die sportliche Wiederauferstehung der einstigen Parade-Waffe Degen sowie Rückenwind für die Olympischen Spiele 2008 und Hoffnung für 2012: Mit einer weitgehend positiven Bilanz hat der Deutsche Fechter-Bund (Dfeb) die Europameisterschaften in Kiew abgeschlossen. Daran änderte auch das Abschneiden der Degen-Männer und Säbel-Frauen nichts, die mit ihren Teams am letzten EM-Tag jeweils deutlich eine Medaille verpassten.

"Mit der EM können wir gut leben. Die Bilanz ist gut, es hat niemand Schaden genommen, eher im Gegenteil. Und den Degen-Männern kann diese EM sogar einen Kick für die Zukunft geben", sagte Bundestrainer Manfred Kaspar, dessen Degen-Frauen im Teamwettbewerb Silber gewonnen hatten. Sein Fazit: "Wir können frohen Mutes in die Olympischen Spiele gehen."

Alle Athleten fast in Olympia-Form

Die Vize-Europameisterinnen aus dem Team-Wettbewerb, Weltmeisterin Britta Heidemann (Leverkusen) und Imke Duplitzer (Bonn), werden in China wegen der Rotation der olympischen Waffen allerdings nur im Einzel antreten.

Positiv gestimmt nach Peking reisen nach der EM auch Nicolas Limbach und Carolin Golubytskyi. Der Säbel-Fechter aus Dormagen und die Florett-Spezialistin aus Tauberbischofsheim gewannen gleich zum EM-Auftakt jeweils die Bronzemedaille. Degen-Fechter Martin Schmitt (Tauberbischofsheim) hatte zudem mit Silber überrascht und der einzigen nicht für Peking qualifizierten Waffe viel Hoffnung für die Zukunft gegeben. Zumal auch die übrigen Degen-Fechter im Einzel überzeugten. Der Blick von Bundestrainer Didier Ollagnon geht deshalb bereits in Richtung Olympia 2012 in London.

Bundestrainer Ollagnon noch nicht zufrieden

Allerdings wartet bis dahin noch viel Arbeit auf die erstmals seit 1952 nicht für Olympia qualifizierte Waffe. Das zeigte sich im abschließenden Mannschafts-Wettbewerb am Donnerstag. "Ich bin unzufrieden. Wir haben im Einzel-Wettbewerb bereits Probleme lösen können. In der Mannschaft fehlte dazu noch die Zeit, da sind wir noch nicht gut genug", sagte Ollagnon.

Seine Degen-Equipe mit Norman Ackermann, Jörg Fiedler, Martin Schmitt und Sven Schmid (alle Tauberbischofsheim) belegte nach einem 39:29 im abschließenden Gefecht gegen Norwegen den siebten Platz. Der Griff nach Edelmetall war der Ollagnon-Mannschaft durch die 28:45-Niederlage im Viertelfinale gegen Italien verwehrt geblieben.

"Müssen noch mehr Disziplin entwickeln"

Der Bundestrainer vermisste in diesem Gefecht und später im ersten der beiden Platzierungskämpfe gegen die Ukraine eine entschiedene Reaktion. "Wenn Schwierigkeiten im Gefecht auftreten, lassen wir zuviele Launen und Emotionen zu. Wir müssen noch mehr Disziplin entwickeln", sagte Ollagnon. Dennoch: "Die Fähigkeiten sind da, aber wir müssen weiterarbeiten. Auf dem richtigen Weg sind wir auf jeden Fall."

Das Säbel-Team der Frauen verpasste ebenfalls den Einzug ins Halbfinale. Das ohne Olympia-Teilnehmerin Alexandra Bujdoso (Koblenz) angetretene junge Quartett mit Doreen Häntzsch (Tauberbischofsheim), Margarita Tschomakow (Bonn), Stefanie Kubissa und Anna Limbach (beide Dormagen) unterlag im Viertelfinale den an Nummer eins gesetzten Französinnen erwartungsgemäß deutlich 22:45 und belegte nach einem 42:45 im abschließenden Platzierungsgefecht gegen Großbritannien Rang acht. "Das war absehbar. Wir befinden uns im Aufbau, da müssen wir jetzt mit dem Ergebnis zufrieden sein", sagte Bundestrainer Joachim Rieg.

© SID

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