Fechten EM
Heidemann: "Ich habe mich einfach gut gefühlt"

Degen-Gold bei der EM in Plowdiw und damit das Triple ebnete Britta Heidemann den Weg in die Geschichtsbücher: "Ich bin überglücklich, dass ich dieses Ziel erreichen konnte."

Mit ihrem Triumph bei den Fecht-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw ist Britta Heidemann in den elitären Kreis der deutschen Triple-Gewinner aufgestiegen. Zu ihrem Gefühl mit Anja Fichtel und Arnd Schmitt auf einer Stufe zu stehen, ihrer mentalen Stärke bei Großereignissen und ihren Zielen in der Zukunft äußerte sich die Degen-Dame im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

SID: "Wie haben Sie den gesamten Wettkampftag erlebt und was hat den Ausschlag für den Titelgewinn gegeben?"

Britta Heidemann: "Ich denke, dass ich seit Juni wieder sehr gut trainiert habe mit zwei täglichen Trainingseinheiten. Nach dem Abschluss meines Studiums konnte ich wieder einen stärkeren Fokus auf den Sport legen. Dementsprechend habe ich mich einfach gut gefühlt. Mit jedem gewonnenen Gefecht ist meine Motivation weiter angestiegen. Zum Schluss wollte ich das Triple einfach perfekt machen. Ich bin überglücklich, dass ich dieses Ziel erreichen konnte."

SID: "Auf dem Weg zum Titel mussten Sie drei ganz enge Gefechte überstehen ..."

Heidemann: "Wenn man drei enge Gefechte für sich entscheiden kann, beweist man nicht zuletzt sich selber, dass man an diesem Tag einfach die nötige mentale Stärke besitzt, um das Turnier zu gewinnen. Da wusste ich im Finale, dass der Titelgewinn möglich ist."

SID: "Woher kommt diese mentale Stärke?"

Heidemann: "Bei internationalen großen Turnieren entwickle ich eine ganz besondere Motivation: WM, Olympia, EM - das sind einfach ganz besondere Herausforderungen. In diesem Jahr war einfach der Gedanke, drei internationale Titel in Folge zu gewinnen, der große Ansporn, der mich angetrieben hat."

SID: "Wird es Ihnen eigentlich selbst langsam unheimlich, einen Erfolg an den nächsten zu reihen?"

Heidemann (lacht): "Ja. Denn gerade im Degenfechten ist es wirklich außergewöhnlich, dass man auf mehreren Turnieren nacheinander ganz oben steht. Es ist im Damendegen bisher auch noch nie vorgekommen, dass eine Fechterin zur gleichen Zeit Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin ist. Dieses Gefühl genieße ich jetzt natürlich."

SID: "Was bedeutet es Ihnen, nun endgültig mit Anja Fichtel und Arnd Schmitt auf einer Stufe zu stehen?"

Heidemann: "Das ist natürlich ein großartiges Gefühl, dass ich innerhalb von nicht einmal zwei Jahren in die Reihe dieser erfolgreichen deutschen Fechter eintreten durfte."

SID: "Für eine Degen-Fechterin sind Sie mit 26 Jahren gerade erst am Beginn des Hochleistungsalters. Was ist noch möglich im weiteren Karriereverlauf?"

Heidemann: "Noch sind die Europameisterschaften nicht vorbei. Die Mannschaftsentscheidung steht noch an, in der wir ebenfalls eine Chance auf eine Medaille haben. Bis Samstag werde ich den Fokus hierauf legen. Danach werde ich den Erfolg bei der EM erst einmal genießen. Mitte August beginnt dann wieder die Vorbereitung auf die WM in Antalya. Ich werde versuchen, mich auch hier wieder punktgenau vorzubereiten."

SID: "Wie lautet Ihre Zielsetzung für die WM im Herbst und für die weiteren Jahre einschließlich Olympia 2012?"

Heidemann: "Es ist natürlich schwierig, ganz konkrete Zielvorstellungen für die einzelnen Turniere bis einschließlich 2012 zu formulieren, aber ich will natürlich wieder vorne mit dabei sein."

SID: "Ist nach 2012 ein Abschied vom aktiven Fechten denkbar?"

Heidemann: "Wir Sportler planen in Vierjahreszyklen. London 2012 steht ganz groß auf meiner Agenda. Danach wird sich alles Weitere zeigen."

© SID

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