Fechten WM
Degen-Damen holen WM-Bronze

Bei der Fecht-WM in Turin haben Deutschlands Degen-Damen die Bronzemedaille erkämpft. Imke Duplitzer, Claudia Bokel, Britta Heidemann und Marijana Markovic besiegten Rumänien im Gefecht um Platz drei mit 45:38.

Nach einer Enttäuschung im Halbfinale folgte doch noch eine kleine Erlösung für die deutschen Degen-Damen. Die nervenschwache Imke Duplitzer raubte ihrem Team zwar die Goldchance, Ersatzfechterin Maja Markovic rettete mit ihrem "Löwenherz" aber zumindest noch Bronze. Der Mitfavorit und Olympiazweite verpasste nach dem Debakel im Einzel bei der WM in Turin auch als Mannschaft den angepeilten ersten Titel seit 16 Jahren und konnte mit dem Gewinn der Bronzemedaille die Bilanz des Dfeb nur ein wenig aufpolieren. Damit bleibt vor dem letzten WM-Tag die Goldmedaille von Florett-Ass Peter Joppich (Koblenz) der einzige wirkliche Lichtblick für den Verband.

"Medaille ist Medaille", ließ Degen-Diva Duplitzer, die im Einzel als Neunte ebenfalls weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, über Pressesprecher und Ex-Fechter Daniel Strigel ausrichten und verkroch sich im Oval Lingotto in die Teamkabine. Immerhin hatte die Bonnerin beim 45:38-Erfolg gegen Rumänien im Gefecht um Platz drei den von der Leverkusenerin Markovic erarbeiteten 34:31-Vorsprung gehalten und damit ein kleines bisschen Wiedergutmachung für ihren Aussetzer im Halbfinale geleistet.

Coach Kaspar mit gutem Händchen

Denn die 31-Jährige hatte ausgerechnet in der Vorschlussrunde gegen China ihre Nerven erneut nicht im Griff. Gegen Na Li stand es vor dem letzten Duell 20:20, dann verlor Duplitzer innerhalb weniger Minuten vier Punkte und musste am Ende die Verantwortung für die 28:30-Pleite übernehmen. Wenige Stunden später enttrohnten die Chinesinnen mit einem 45:26 im Finale Titelverteidiger Frankreich.

"Da spielt der Kopf eine Rolle. Jeder weiß ja, dass wir bei so einer WM auch gewinnen wollen. Aber wir haben im letzten Gefecht vier Treffer verloren, deshalb war es auch kein Pech", meinte Bundestrainer Manfred Kaspar, dem in den kommenden zwei Jahren ohnehin eine schwere Amtszeit bevorsteht. Denn bei Olympia 2008 in Peking sind die Degen-Damen im Mannschaftswettbewerb aus dem Programm geflogen. Im Kampf um Bronze bewies der Coach aber immerhin ein glückliches Händchen, als er im vorletzten Gefecht Markovic für die schwächer werdende Britta Heidemann (Leverkusen) einwechselte und so den Erfolg einleitete.

Achtungserfolg für die Säbel-Herren

Dagegen konnten sich die Säbel-Herren trotz überzeugender Auftritte am fünften WM-Tag den insgeheim gehegten Traum von einer Mannschaftsmedaille nicht erfüllen. Das Team mit dem ehemaligen Junioren-Weltmeister Nicolas Limbach (Dormagen), dem WM-Sechsten Dennis Bauer (Koblenz), Christian Kraus (Eislingen) und Björn Hübner (Tauberbischofsheim) musste sich im Viertelfinale der Ukraine beugen (34:45), feierte aber dennoch mit dem 45:34-Sieg im Gefecht um Platz Fünf gegen Südkorea einen Achtungserfolg. Den Titel sicherte sich Frankreich mit einem 45:41-Erfolg über die Ukrainer.

"Natürlich wären wir gerne ins Halbfinale gekommen. Aber wir sind noch ein junges Team und unserer Waffe gehört die Zukunft. Bei Olympia in Peking wollen wir dann auf jeden Fall eine Medaille holen", meinte Limbach.

Dass bislang nur die Säbel-Fechter die Erwartungen wirklich erfüllt haben, liegt für Kapitän Bauer auf der Hand: "Wir verstehen uns super. Wenn man Erfolg haben will, dann muss man mit Spaß auf die Bahn gehen und darf keine Fresse ziehen. Aber wenn es wie beim Degenfechten vier Minuten 0:0 steht, dann würde mir vielleicht auch langweilig und ich würde so gucken."

© SID

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