Fechten WM
Deutsche Fechter bei WM in desolater Verfassung

Niedergeschlagenheit herrscht im deutschen Lager auch nach dem zweiten Tag der Fecht-WM in Turin vor. Weder die Degenherren noch die Säbeldamen konnten sich in Reichweite der anvisierten Medaillen vorkämpfen.

Auch am zweiten Tag der Welttitelkämpfe in Turin durfte sich Deutschlands Fecht-Elite kein Edelmetall umhängen lassen. Damit droht der deutsche Fechtsport zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Peking im internationalen Mittelmaß zu versinken. Die Degenherren blieben erneut deutlich hinter den Erwartungen zurück, einziger Lichtblick war das 16 Jahre junge Säbel-Talent Alexandra Bujdoso (Koblenz) mit dem Einzug in das Viertelfinale.

Schwer unter die Räder kamen die Degenherren am Montagnachmittag. Martin Schmitt und Sven Schmid (beide Tauberbischofsheim) mussten bereits in der Runde der besten 32 die Segel streichen. Der 25 Jahre alte Schmitt unterlag dem Gesamtweltcupsieger Gabor Boczko mit 8:15, Schmid ärgerte sich fürchterlich über sein Aus gegen den Franzosen Eric Boisse nach "Sudden death". "Ich könnte mir in den Arsch beißen. Denn ich habe zum Schluss einen unnötigen taktischen Fehler gemacht", sagte Schmid. Christoph Kneip aus Leverkusen war am Sonntag bereits sang- und klanglos in der Qualifikation gescheitert.

Fiedler verschläft Duell mit Polen

Die besten Chancen hatte derweil der Weltranglistenelfte Jörg Fiedler im Achtelfinale gegen den 30 Plätze hinter ihm notierten Polen Krzysztof Mikolajczak. Nach wenigen Minuten stand es jedoch bereits 1:5, so dass am Ende kein deutscher Fechter die Runde der besten Acht erreichte. "Wir haben die Chance nicht wahrgenommen, heute ganz nach vorne durchzustoßen. Natürlich hätten wir gerne eine Medaille geholt", meinte Degen-Bundestrainer Walter Steegmüller, nachdem die Topfavoriten Pawel Kolobkow (Russland) und Fabrice Jeannet (Frankreich) bereits in der ersten Runde ausgeschieden waren.

Der WM-Titel ging letztlich an den Chinese Lei Wang. Wang gewann im Finale gegen den Portugiesen Joaquim Videira hauchdünn mit 6:5 im "Sudden death" und holte für die Asiaten die erste Goldmedaille.

Teenie Alexandra Bujdoso sorgte für das beste deutsche Ergebnis am zweiten WM-Tag. "Hut ab. Für Alexandra ist das mit ihren 16 Jahren ein toller Erfolg. Sie hat das Potenzial, fester Bestandteil der Weltspitze zu werden. Gegen die Olympiasiegerin war sie am Anfang einfach zu nervös, ansonsten hätte auch dieses Duell richtig eng werden können", erklärte Damensäbel-Bundestrainer Eero Lehmann, nachdem Bujdoso im Viertelfinale mit 10:15 an der US-Amerikanerin Mariel Zagunis gescheitert war.

Bujdoso scheitert an "zu viel Respekt"

Zuvor hatte die Junioren-Vizeweltmeisterin bei ihrer ersten Aktiven-WM mit Siegen gegen die Olympia-Zweite Xan Tue (China) und der Lokalmatadorin Ilaria Bianco (Italien) für Aufsehen gesorgt. "Zagunis ist noch zu schwer für mich. Vielleicht hatte ich auch zu viel Respekt", erklärte Bujdoso, die als jüngste WM-Teilnehmerin des Deutschen Fechter-Bundes (Dfeb) einen guten Eindruck hinterließ und im Endklassement den achten Platz belegte. Mehr als enttäuschend waren dagegen die Erstrundenpleiten von Bujdosos Teamkolleginnen Sybille Klemm (Eislingen), Amelie Zerfass (Tauberbischofsheim) und Stefanie Kubissa (Dormagen). "Da hatte ich mir sicher mehr erhofft", sagte Lehmann.

Den Titel hat sich derweil "Säbel-Küken" Rebecca Ward aus den USA gesichert. Die 16-Jährige besiegte in einem US-amerikanischen Finale die Bujdoso-Bezwingerin Mariel Zagunis souverän 15:11 und holte damit die erste Goldmedaille für die Vereinigten Staaten.

© SID

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