Fechten WM
Deutsche Fechter enttäuschen trotz Bronzemedaille

Trotz der Bronze-Medaille für die Degen-Fechterinnen hat die deutsche Mannschaft bei der WM im russischen St. Petersburg einen Tag mit vielen Enttäuschungen erlebt. Vor allem die Säbel-Herren schnitten schwach ab.

Der Samstag war für die deutsche Mannschaft bei den Fecht-Weltmeisterschaften im russischen St. Petersburg trotz der Bronze-Medaille für die Degen-Fechterinnen ein Tag mit vielen Enttäuschungen. Nicht nur, dass das Degen-Team den möglichen Finaleinzug in der Vorschlussrunde gegen Gastgeber Russland trotz eines zwischenzeitlichen Acht-Punkte-Vorsprungs verpasste, vor allem das schwache Abschneiden der Säbel-Herren sorgte für lange Gesichter beim Deutschen Fechter-Bund (Dfeb).

"Der achte Platz hat uns deutlich zurückgeworfen und mit dem Rücken zur Wand gestellt", sagte Säbel-Bundestrainer Joachim Rieg im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 und räumte ein: "Da braucht man nun schon sehr viel Optimismus, um noch daran zu glauben."

Die Chancen auf ein Ticket für Peking sind für das Quartett mit Bronzemedaillen-Gewinner Nicolas Limbach, Benedikt Beisheim, Max Hartung (alle Dormagen) und Björn Hübner (Tauberbischofsheim) nach dem Aus im Viertelfinale gegen die Ukraine nur noch theoretischer Natur. Zumal die direkten Konkurrenten Ungarn, die im Finale Frankreich 45:43 bezwangen, und Italien (Bronze) die Gunst der Stunde nutzten und dank der besserer Platzierungen deutlich mehr Punkte als die deutschen Säbel-Herren sammelten.

Restlos bedient war auch Björn Hübner. "Diesen Tag kann man vergessen. Die Olympia-Quali ist aus und vorbei", sagte der Tauberbischofsheimer. Damit wird Nicolas Limbach, der im Einzel Bronze gewonnen hatte, nach Lage der Dinge als einziger deutscher Säbel-Fechter nach China reisen. Immerhin sei das eine Steigerung zu 2004 in Athen, als man gänzlich an der Qualifikation gescheitert war, sagte Rieg. Allerdings hätte man mit der WM-Form auch nichts bei Olympia zu suchen, "da wären wir nur Futter".

Ein schwacher Trost war angesichts dessen der dritte Platz für die Degen-Damen, zumal ihr Ergebnis keinen Einfluss auf die Qualifikation hat, da sie mit dem Team neben der Mannschaft der Florett-Herren wegen der olympischen Rotation 2008 pausieren.

Im Gefecht um den dritten Platz hatte das Team mit Einzel-Weltmeisterin Britta Heidemann (Leverkusen), Imke Duplitzer (Bonn), Claudia Bokel (Tauberbischofsheim) und Marijana Markovic (Leverkusen) Estland 42:40 bezwungen. Gold holte Frankreich durch den 45:37-Finalsieg gegen Gastgeber Russland.

Im Halbfinale war man zuvor gegen Gastgeber Russland im "sudden death" mit 29:30 gescheitert und hatte dabei den Finaleinzug hergeschenkt. "Die Freude überwiegt", erklärte Bundestrainer Manfred Kaspar dennoch, räumte aber ein, dass er "natürlich liebend gerne gegen Frankreich im Finale gestanden" hätte.

Durchweg positiv stimmte aus Sicht des Dfeb einzig der Blick auf die gesamte Medaillenausbeute. In zehn von zwölf Entscheidungen bedeutete die Bronze-Medaille des Degen-Teams das sechste Edelmetall der laufenden WM. Nach je zweimal Gold und Bronze in den Einzeln hatte die Mannschaft der Florett-Herren am Freitag Silber geholt.

© SID

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