Fechten WM
Deutsche Fechter erneut ohne Edelmetall

Nach zuletzt vier Medaillen ist der Dfeb bei der Fecht-WM nun auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Am Donnerstag folgte der zweite Tag ohne Edelmetall, was den Druck auf die Deutschen erheblich erhöht.

Der Deutsche Fechter-Bund (Dfeb) hat nach zuletzt zwei Gold- und zwei Bronzemedaillen bei den Weltmeisterschaften in St. Petersburg nun eine herbe Bauchlandung hinnehmen müssen. Das Tauberbischofsheimer Florett-Quartett Anja Schache, Carolin Golubytskyi, Katja Wächter und Sandra Bingenheimer verpasste am Donnerstag den Sprung aufs Treppchen deutlich und ist nun wie die Degen- und Säbel-Herren sowie Säbel-Damen von Freitag bis Sonntag in den Mannschaftswettbewerben im Kampf um die Olympia-Tickets für Peking 2008 gefordert.

"Die klare Ansage ist die Mannschafts-Quali für Olympia", sagte Schache, die durch ein 6:15 gegen die zweimalige Olympiasiegerin und nach ihrem 11:8-Finalsieg gegen Margherita Granbassi nun fünfmalige Weltmeisterin im Einzel, Valentina Vezzali aus Italien, als letzte verbliebene Deutsche im Achtelfinale ausgeschieden war und Platz 14 belegte.

"Das tut der Mannschaft keinen Abbruch"

Schache, Vize-Weltmeisterin von 2005, ist aber zuversichtlich, dass das insgesamt enttäuschende Ergebnis in den Einzeln vom Donnerstag keinen negativen Einfluss auf ihre Mannschafts-Gefechte am Sonntag hat. "Das tut der Mannschaft keinen Abbruch. Manchmal ist ein schlechtes Einzelergebnis sogar gut für die Mannschaft", erklärte die 30-Jährige.

Auch Florett-Bundestrainer Ingo Weißenborn ordnete das frühe Scheitern seines Quartetts maßvoll ein, durch das der Deutsche Fechter-Bund (Dfeb) den zweiten Tag in Folge ohne Medaille geblieben war. "Es war nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber Anja hat das Beste rausgeholt", sagte Weißenborn und verwies auf die übermächtige Gegnerin, die seit knapp 20 Jahren konstant zur absoluten Weltspitze zählt.

Geschwächte Golubytskyi verpasst Achtelfinale

Carolin Golubytskyi hatte bereits den Einzug ins Achtelfinale deutlich verpasst. Gegen Virginie Ujlaki aus Ungarn verlor sie 8:15, war nach Aussage des Bundestrainers aber durch eine Magen-Darm-Verstimmung geschwächt, die etwas früher auch Schache kurzzeitig Matt gesetzt hatte.

Bereits in der Runde der letzten 64 waren Sandra Bingenheimer und Katja Wächter ausgeschieden. Bingenheimer verlor gegen die Chinesin Sun Chao 6:15, die deutsche Meisterin Wächter hatte ebenfalls gegen die Ungarin Ujlaki mit 8:15 verloren.

Ziel der im Einzel unter ihren Erwartungen gebliebenen Florett-Fechterinnen ist es nun, mindestens ins Viertelfinale vorzustoßen. Allerdings droht ein direktes Duell im Achtelfinale mit den hoch eingeschätzten Südkoreanerinnen. "Um Korea zu schlagen, müssen alle fit sein und ordentlich durchfechten", sagte Weißenborn. Bislang haben sich nur die Florett-Fechter Peter Joppich (Koblenz) und Benjamin Kleibrink (Bonn) nach Gold und Bronze sicher für die Spiele 2008 in Peking qualifiziert. Das Olympia-Ticket so gut wie in der Tasche haben die neue Degen-Weltmeisterin Britta Heidemann aus Leverkusen und Nicolas Limbach (Dormagen) nach dem Gewinn der Bronze-Medaille mit dem Säbel.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%