Fechten WM
Deutsche Fechter starten hoffnungsvoll in die WM

Ab heute beginnt für die deutschen Fechter der Ernstfall. Mit dem WM-Start sollen auch die Rückschläge der Vergangenheit ad acta gelegt werden. Dfeb-Sportdirektor Claus Janka sieht sieben Medaillenchancen.

Die deutschen Fecht-Asse wollen spätestens heute mit dem Beginn der Weltmeisterschaft in Turin die Rückkehr in die Weltspitze antreten. Nach den enttäuschenden Resultaten aus der Vergangenheit herrscht beim gesamten Deutschen Fechter-Bund (Dfeb) große Aufbruchstimmung. "Uns ist klar, dass wir mindestens mit einer Goldmedaille glänzen müssen, ansonsten kommen wir in der Öffentlichkeit wieder schlecht weg. Wir sind auch hoffnungsvoll, dass wir das schaffen, denn insgesamt haben wir sieben Medaillenchancen", so Dfeb-Sportdirektor Claus Janka vor der Abreise des 25-köpfigen Aufgebots in die Hauptstadt des Piemont am Donnerstag.

Janka gibt sich selbstbewusst

Janka gibt sich vor den Titelkämpfen in der Olympia-Stadt, wo die Wettkämpfe vor bis zu 8 000 Zuschauern im Oval Lingotto ausgetragen werden, mit der Forderung nach vier Medaillen äußerst selbstbewusst. Dabei hatte der Verband zuletzt mit Rückschlägen zu kämpfen. Als Folge des schwachen Abschneidens bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurden dem Dfeb die Fördermittel seitens der Sporthilfe drastisch gekürzt. Bei der Heim-WM in Leipzig folgte dann sportlich als Achter des Medaillenspiegels der vorläufige Tiefpunkt.

Zu allem Überfluss entschied der Weltverband FIE in diesem Jahr, dass die Teamwettbewerbe im Damendegen und Herrenflorett 2008 nicht olympisch sein werden. In diesen Konkurrenzen hatte die Dfeb-Equipe in den vergangenen Jahren ihre größten Medaillenchancen. In den Waffen ohne Teamentscheidungen dürfen künftig bei Olympia nur zwei der 24 Fechter aus einem Land kommen. In den Gattungen Damen- und Herrensäbel wäre der Dfeb nach jetzigem Stand überhaupt nicht für Peking qualifiziert. "Jeder Weltcup ist damit besser besetzt als Olympia", kritisierte Florett-Ass Peter Joppich (Koblenz).

Weltcup-Ergebnisse lässt Dfeb-Equipe hoffen

Dass die Dfeb-Equipe dennoch mit breiter Brust in den Flieger nach Italien stieg, hängt vor allem mit den glänzenden Ergebnissen der abgelaufenen Weltcup-Saison zusammen. Insgesamt 46 Plätze auf dem Siegerpodest, davon neun Titel im Einzel sowie vier mit den Teams. Jeweils zwei Erfolge sicherten sich Vizeweltmeisterin Anja Müller (Tauberbischofsheim) und Ex-Weltmeister Joppich, der zuletzt allerdings mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte. Zudem stehen in dem 25-köpfigen Aufgebot die beiden frisch gebackenen Europameister Ralf Bißdorf (Heidenheim) und Claudia Bokel (Tauberbischofsheim).

Die Degen-Weltranglisten-Zweite Imke Duplitzer kämpft dagegen mit einigen Problemen. Eine wieder aufgebrochene Schulterverletzung behinderte die Bonnerin auf dem Weg nach Turin. "Rumheulen ist aber bei mir nicht angesagt", meinte die 31-Jährige, die zudem offenbar erneut Ärger mit der Verbandsspitze hat: "Ich kämpfe nur noch für mich. Wenn ich gewinne, sonnen sich die Herren im Anzug in meinem Erfolg, wenn ich nicht gewinne, bin ich eh der Depp."

© SID

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