Fechten WM
Enttäuschung bei Degen-Männern und Florett-Frauen

Zum Abschluss der Fecht-WM in St. Petersburg sind die Degen-Männer und die Florett-Frauen vorzeitig gescheitert. Beide Teams müssen so weiter um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking bangen.

Zum Abschluss der Fecht-WM in St. Petersburg präsentierten sich die deutschen Mannschaften ohne Glanz. Ohne das erhoffte Edelmetall in den beiden abschließenden Mannschafts-Wettbewerben haben die deutschen Fechter die Weltmeisterschaften beendet. Sowohl die Degen-Männer als auch die Florett-Frauen scheiterten vorzeitig und müssen damit weiter um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking bangen.

Die polnischen Florett-Fechterinnen gewannen den Mannschafts-Titel durch ein 26:25 im "sudden death" im Finale gegen Titelverteidiger Russland. Bronze holte Japan. Frankreich holte die Gold-Medaille im Degen-Team. Die Franzosen setzten sich im Finale gegen Italien mit 45:38 durch. Bronze ging an Ungarn.

Dennoch sieht der Deutsche Fechter-Bund (Dfeb) die WM-Maßgaben als erfüllt an. "Wir haben unser Ziel erreicht, hier auf Olympia zuzugehen. Es ist eine wichtige psychologische Geschichte, dass wir besser aus der WM rauskommen, als wir reingegangen sind", sagte Dfeb-Sportdirektor Claus Janka.

Die insgesamt zufriedenstellende Bilanz an den letzten beiden Wettkampftagen wurde am Wochenende noch getrübt. Die deutschen Florett-Fechterinnen belegten Platz sieben, nachdem die Tauberbischofsheimerinnen Carolin Golubytskyi, Anja Schache, Katja Wächter und Sandra Bingenheimer durch die 30:31-Niederlage im "sudden death" gegen Ungarn das Halbfinale und damit den möglichen deutlichen Schritt Richtung Peking verpasst hatten. "Hinten raus fehlt es oft noch ein bisschen an Stabilität", sagte Bundestrainer Ingo Weißenborn.

Zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze

Damit hat der Dfeb die zwölf Entscheidungen mit zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze abgeschlossen, die beste Medaillenbilanz bei einer WM seit 1999 gesorgt. "Wir haben nach langer Zeit wieder sechs Medaillen geholt und hatten sogar das Potenzial für mehr. Wir sind konkurrenzfähig", erklärte Janka.

Florett-Fechter Peter Joppich (Koblenz) und die Leverkusener Degen-Spezialistin Britta Heidemann gewannen jeweils Gold. Silber ging an die Mannschaft der Florett-Männer, Bronze an Benjamin Kleibrink (Bonn) mit dem Florett, Nicolas Limbach (Dormagen) mit dem Säbel und das Team der Degen-Frauen.

Große Enttäuschung herrschte dagegen bei den Degen-Männern, die am letzten WM-Tag bereits vor den Frauen gescheitert waren und noch viel mehr als das Florett-Team um das Ticket für Olympia bangen müssen. Das Quartett von Bundestrainer Walter Steegmüller mit Norman Ackermann, Jörg Fiedler, Martin Schmitt (alle Tauberbischofsheim) und Christoph Kneip (Leverkusen) hatte im Achtelfinale gegen Spanien 32:45 verloren und belegte nach den Platzierungs-Gefechten Rang zehn.

"Wenn wir so wie gegen Spanien straucheln, dann ist die Chance nur noch theoretisch", sagte der enttäuschte Bundestrainer Walter Steegmüller im Hinblick auf Olympia. Ob das schwache Abschneiden bei der WM möglicherweise auch personelle Konsequenzen hat, ließ Steegmüller offen: "Es steht alles in den Sternen. So wie es ist, ist es jedenfalls nicht zufriedenstellend."

Zuvor hatten sich bereits die Säbel-Teams der Frauen und Männer um eine Olympia-Chance gebracht. Die Mannschaften der Florett-Männer und Degen-Frauen schlossen mit Silber und Bronze in St. Petersburg zwar am besten ab, müssen wegen der olympischen Rotation aber in Peking pausieren.

© SID

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